Kap Verdische Inselwelt 2012 Teil 2

Letzter Teil Kap Verden, Februar 2012

Fogo - Brava - Sao Vicente

Insel Fogo:


Von Praia segelten wir dann weiter zur Insel Fogo. Nordwind mit 25 Knoten und Böen bis 36, ließen uns die 63 Seemeilen in 11 Stunden zurücklegen. Sebastian und Antoine hielten sich unter Deck auf und kämpften mit der Seekrankheit. Ich wurde von den überkommenden  Wellen ein paar Mal überrascht und gebadet. Was soll`s. Im letzten Dämmerlicht erreichten wir den Ankerplatz bei San Felipe. Ankermanöver, Sebastian bediente die elektr. Ankerwinde, leider etwas zu lange, die ganzen 70 Meter Kette rauschten aus und rissen die Leine durch, an der das Kettenende befestigt war. Rasch den Zweitanker ausgebracht, Position markiert, um am nächsten Morgen den Anker leichter zu finden. Manöverschluck und ab in die Koje. Es war ein anstrengender Segeltag.

Am nächsten Tag versuchten wir durch abtauchen unseren verlorenen Anker aufzufinden, durch die starke Strömung war das allerdings keine einfache Sache. Einheimische beobachteten uns dabei und boten Ihre Hilfe an. Nach 2 Stunden hatten Sie dann Erfolg, abgetaucht auf 10 Meter und die 70 Meter 10 mm Kette per Hand in Ihr Holzboot aufgeholt. Dann wieder über die Ankerwinsch von Sagitta elektrisch dorthin befördert, wo sie hingehört. Unsere schwarzen Helfer wurden an Bord mit kaltem Bier versorgt, dann wurde über den Bergelohn verhandelt.
Von geforderten 100 € konnte Sebastian Sie auf 50 € herunterhandeln. Einer von Ihnen war auch Tourguide wie sich herausstellte. Bei Ihm buchten wir eine Tour für den nächsten Tag zum Pico de Fogo. Den 2829 Meter hohen Vulkan und Namensgeber der Insel.

Am nächsten Morgen kam er mit Auto und Fahrer pünktlich um 9 Uhr zum Hafen. Die Tour schlug nach einiger Verhandlung mit 70 € zu Buche. 1 Stunde dauerte die Fahrt bis zum Vulkan, der zuletzt 1995 ausgebrochen ist.

Wir marschierten 30 Minuten zum kleinen Pico de Fogo und genossen den Ausblick und Farbenvielfalt der Vulkanlandschaft. Danach Einkehrschwung im Hotel - Restaurant eines Franzosen . Es wird auf der Insel auch sehr guter Rotwein auf Lavaboden angebaut, der natürlich beim Essen nicht fehlen durfte.

Am späteren Nachmittag kamen wir wieder im Hafen an. Eine beeindruckende Tagestour.

Insel Brava:

Weiter ging es am nächsten Tag zur Insel Brava. Nur 15 Seemeilen, schnelles Halbwindsegeln bei 25 Knoten. Ankerplatz bei Porto de Faial.

Wieder retour nach Fogo am nächsten Tag, da die Brandungswelle ein anlanden mit dem Dinghi unmöglich machte. Eine Nacht bei Fogo vor Anker und dann hinauf nach Sao Vicente - Mindelo. 168 Seemeilen, am Wind. Ein wirklich harter Törn. Crew seekrank, große Welle, 28 Knoten Wind. Viel Wasser kommt über. Der Wind ermöglicht uns nur Sao Antao anzulegen. Dort gingen wir am Nachmittag in Tarafall vor Anker. Die
Dünung und die Nähe zum Ufer veranlasste mich nach Mindelo hinauf zu motoren. Gegen Strömung und Wind. Kein lustiger Törn, weder für Schiff, noch für die Crew. 2500 U/min und dabei unter 4 Knoten Fahrt zu machen, kam noch nicht vor. Nach 4 Stunden liefen wir dann in die Bucht von Mindelo ein und suchten uns bereits im Dunklen einen Ankerplatz. Touch down!

Mindelo ist ein guter Platz um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Obst, Gemüse und Fisch gibt es sehr günstig. Supermarktware ist um einiges teuerer als auf den Kanaren. Mittagessen kann man schon ab 3 €  in einem einfachen Lokal. Kleines Bier zw. 70cent und 1,2 €.

Es gibt auch 2 Hardcourttennisplätze, die Stunde kostet 3 €. Einen ganz modernen Waschsalon, die 7 kg Trommel um 4.- €, Trocknen 2,5.- €. Das Personal faltet sogar die Wäsche, wenn man später kommt. Der Liter Diesel kostet an der Marinatankstelle 0,97.- €. Man kann dort auch mit Kanister tanken. Trinkwasser im Fischerhafen, 100 Liter ca. 0,8.- €

Es war die Zeit des Karnevals. Der von Mindelo zählt weltweit zu den Beeindruckendsten. Danach leerte sich der Ankerplatz langsam, viele segelten nach Südamerika, einige nach Westafrika und ein paar in die Karibik.

Wir verbrachten einige Zeit mit Marlene und Loud von der niederländischen Segelyacht RAFIKI. Mit Marlene hatte ich auch endlich wieder einmal einen Partner zum Tennis spielen. Mit der Fähre fuhren wir zur Nachbarinsel Sao Antao und besuchten den Gebirgsort Fontainhas.

Sebastian und Antoine hielten sich oft im Segler - und Backpackertreff "Club Nautico" auf.

So verbrachten wir unsere abwechslungsreichen Tage in Mindelo.

Fazit Kap Verden:

Highlights waren die Tour auf den Pico de Fogo sowie der Karneval in Mindelo. Immer viel Wind am Ankerplatz in Mindelo, tagsüber immer 25 Knoten oder mehr. Der Windgenerator kam nicht zum Verschnaufen. Auf den Kanaren unbedingt den Großeinkauf erledigen, hier nur nachbunkern, da es viel teurer ist. Die Marina in Mindelo ist ebenfalls sehr teuer. Für eine 46er 830.- € pro Monat. Dinghi festmachen kostet pro Tag 5 €. Wenn man Crew über den Steg ins Dinghi zusteigen lassen möchte, wird man aufgefordert dies zu unterlassen. Der Sympathiewert unter den vor Anker liegenden Yachten ist dementsprechend. Die Inseln sind ein Paradies für Wanderer. Die Hauptstadt Praia war der verzichtbarste Ort. Dort wurde am öftesten versucht uns übers Ohr zu ziehen. Sei es beim Dinghiwatch oder am Gemüsemarkt. Von der Polizei wurden wir auch zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgefordert. Außerhalb Praias ist die Freundlichkeit der Einheimischen hervorzuheben. Die Temperaturen liegen bei 25 Grad tagsüber.