Kap Verdische Inselwelt 2012 Teil 1

Kap Verden, Februar 2012

Insel Sal:

Nach 6 Tagen von Gran Canaria kommend, erreichten wir Palmeira auf der Insel Sal. Das Einklarieren erfolgte komplett in der Polizeistation in der Nähe des Fischerhafens. Man muß nicht zum Flughafen fahren! Man benötigt auch keine Paßbilder oder ein Visum. Die Beamten waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Irgendeiner spricht immer etwas Englisch. Kostenpunkt der Prozedur rund 15 €. Man kann überall übrigens mit € bezahlen. Der Kurs ist dann allerdings etwas schlechter. 100 Escudos für 1 €. Wenn man Bares wechselt bekommt man ansonsten 110 Escudos für den €. Die Fahrt mit dem Aluger (Sammeltaxi) nach Espargo, der Inselhauptstadt, kostet pro Person 1 €. Fahrzeit 10 Minuten.

Wir kauften von den Fischern im Hafen roten Juwelenbarsch. Das Kilo Fisch wird allgemein für 4 € gehandelt. Das kleine Bier in der Bar kostet 1,5 €. Es gibt ein brauchbares Internetcafe in Palmeira, die Stunde kostet 2 €. Die Einwohner sind alle sehr hilfsbereit und geben gerne Auskunft wo man was bekommen kann. Das Warenangebot an Obst und Gemüse ist sehr beschränkt. Am Ankerplatz lagen vielleicht 7 Fahrtensegler. Der Rest bestand aus Einheimischen Booten.
Santa Maria, das Touristenzentrum im Süden, war uns auch noch eine Nacht vor Anker wert. Aber auch dort hatten wir nicht den Eindruck, dass die Touristen die Insel stürmen. Weiter ging es dann nach Boa Vista.

Insel Boa Vista:

Der Anker fällt vor Sal Rei. Langer Weg mit dem Dinghi (ca. 1 NM) in die Stadt, wo man es an der Steinmole festmacht. Anmelden bei der Polizei im Handelshafen. Kostet wie überall 7 € und wir bekommen unseren Laufzettel, den wir auf der nächsten Insel wieder abgeben müssen. Unbedingt Dinghianker mitnehmen, da doch einiger Schwell läuft. Gutes, günstiges Essen im Restaurant gleich an der Mole. Einkaufsmöglichkeiten besser als auf Sal, aber teuer. Bananen 2 €/ kg, Orangen 3 €/ kg, Tomaten 2 €/ kg. Semmelähnliches Gebäck ist dafür günstig um 13 cent zu haben. Auch hier wieder sehr viele Hunde auf der Straße. Endlich mal wieder Internet am Ankerplatz.
Nächste Station, Maio. 28 Seemeilen.

Insel Maio

Nach 66 Seemeilen ankern wir vor Vilo do Maio. Langer Sandstrand. Landungsbrücke, an der 2x pro Woche die Fähre anlegt, die ansonsten von den Einheimischen zum Fischen benutzt wird. Oder von uns, um das Dinghi mit Heckanker festzumachen und über die Eisenleitern nach oben zu klettern. 5 Minuten in die "Stadt". Auffällig die große Kirche im portugiesischen Stil. Ansonsten auch hier die kleinen Läden, Frauen mit Körben auf dem Kopf. Von einer kaufen wir auch etwas Gemüse. Das ist jetzt die Dritte,sehr karge Insel, allerdings schon mit etwas mehr Grünanteil. Die "Delegacion Maritimo" befindet sich gleich auf der Straße über dem Strand. Hier werden die Schiffspapiere behalten bis zur Abreise. Wieder 7 € Gebühr.Der Strand soll der Schönste der Kap Verden sein. Auch hier landen wir mit dem Dinghi an. Kaufen Fisch, der uns dann von Kinder wieder aus dem Dinghi gestohlen wurde. Gute Küche im Restaurant der Brasilanerin Fernanda, gleich neben der Fischereivereinigung. Inselrundfahrt sollte für 4 Personen 60 € kosten, haben wir allerdings nicht gemacht. Täglich fliegt ein Flieger nach Praia um 35 € die Strecke.

Insel Santiago

Nach 27 Seemeilen, knapp vor Tarrafal, haben wir endlich Erfolg mit unserer Schleppangel. Ein 105 cm langer Wahoo versorgt uns die nächsten 4 Tage mit Essen.

Am Ankerplatz befinden sich nur 4 weitere Segler. Es sieht hier ein bißchen wie in Kroatien aus.Anlanden mit dem Dinghi am Strand bei den Fischern. Hilfe kommt sofort. "Dinghiwatch", verlangt wurden 4 €, bezahlt habe ich dann 1 €. Inklusive Müllentsorgung. Im Hotel oberhalb des Fischerhafens gibt es eine große Auswahl an frischen Mehlspeisen, sowie einen sehr guten Espresso. Großer Markt, allerdings zum Großteil mit gleichem Angebot. Sieht nach viel aus, relativiert sich dann aber. Internetcafe`s vorhanden. Auch WiFi am Hauptplatz kostenlos, aber sehr langsam. Aluger nach Praia ca. 5 €. Wir haben Harmattan Wetter, das heißt Ostwind, der den Sand aus der Sahara auf die Kap Verden bläst. Das Schiff sieht dementsprechend aus, die Luft ist sehr staubhältig und die Sicht beträgt vielleicht 1 Seemeile.

Eine Nacht ankern wir dann noch vor der ehemaligen Hauptstadt, Cidade Velha. Die Wanderung, zur Quelle, wo Frauen die Wäsche noch heute mit dem Waschbrett waschen, führte uns das ausgetrocknetet Flußbett hoch. Vorbei an Bananenstauden, Papayastauden, riesigen Mangobäumen, Zuckerrohr, aus dem der hier übliche Grog gebrannt wird. Der Weg hin und retour beträgt rund 7 km und zahlt sich aus.

Von hier ging es dann zur Hauptstadt der Kap Verden. Der über 120 000 Einwohner zählenden Stadt Praia. Wir ankern vor dem Fischerhafen. Außer uns nur ein weiterer Segler aus Polen. Die üblichen Verhandlungen, diesmal am Tankstellenkai, mit den potentiellen Dinghiaufpassern. Einkaufen im Leader Price, eine französiche Supermarktkette, die es auch auf Martinique gibt, allerdings dort mit einem wesentlich günstigerem Angebot. Wie die Einheimischen sich die Preise hier leisten können, ist mir unerklärlich. Die Meisten können es wahrscheinlich sowieso nicht. Teurer als in Österreich. Von der Polizei wurden wir gewarnt, auf unser Schiff Obacht zu geben, da die Sicherheitslage hier nicht besonders gut sei.