Venezuela Nov. 2010 - Törn mit Irina und Gerald

Venezuela im November 2010, Törn mit Irina und Gerald

Isla Margarita - Porlamar

Nach einer 20 stündigen Anreise von Wien über Paris nach Caracas und dann weiter auf die Isla Margarita, konnten wir gestern am Abend erleichtert Irina und Gerald in die Arme nehmen. Alle Flüge pünktlich, Gepäck vorhanden, einzig der von mir beauftragte Taxifahrer war nicht zur Stelle. Ein anderer Taxifahrer übernahm den 20 minütigen Transfer zum Dinghi Dock der "Marina" Concorde. Der verlangte dann auch gleich den doppelten Preis, 10 €. Aber ich hatte keine Lust mehr zum Diskutieren. Mit unserem Dinghi ging es dann in die Nacht hinaus, wo Othello auf Sagitta bereits auf uns wartete.

 

 

Nach einer ruhigen Nacht ging es heute zum Geld wechseln und Mittagessen bei "Jak`s". Ken, der britische Einhandsegler, gab auch ein paar "Gschichterln" zum Besten. An diesem Sonntag war der Strand bei weitem nicht so bevölkert wie am letzten. Gerald bezeichnete die ganze Szenerie sehr treffend als authentisch. So kann man es wohl sagen. Straßenhunde, Plastikstühle und Tische am Strand, Kühlboxen. Südmerikanisch, die Lebensfreude aber nicht mehr so überquellend, wie angeblich vor ein paar Jahren noch.

Isla Cubagua

Heute legten wir ab nach Cubagua ab. Eine 20 Seemeilen entfernte, nur von einer Handvoll Fischern bewohnte Insel. Dort liegt das Wrack einer Autofähre. Die über der Wasserlinie liegenden Teile werden von den Pelikanen als Beobachtungsposten genutzt. Die unterhalb, von uns als Schnorchelrevier. Als wir am Abend mit dem Dinghi zum Starnd fuhren, wurden wir von 2 jungen Nationalgardisten herangewunken und mußten Angaben zu Namen, Herkunft usw. machen. Das Ganze im knietiefen Wasser stehend. Sehr wichtig.

 

 

Am nächsten Tag haben sich die beiden eines Fischers bedient, der sie zu den 3 vor Anker liegenden Yachten beförderte. Bei uns dann auch nochmals Kontrolle. Diesmal mit dem Gewehr im Anschlag. Militärstiefel trampeln über und unter Deck. Rettungswesten und Signalraketen wollte man flüchtig sehen. Ein Bier gabs dann von mir als Beruhigung für einen von beiden, dann gefiel ihm noch ein Feuerzeug, konnte er gerne habe. Der andere füllte im Cockpit einen wieder unheimlich wichtigen Zettel aus. Das Ganze geschah angeblich wegen der Piraten hier in der Gegend. Aha, verstehe. Offenbar wollen sie die Piraten vor uns schützen in dem sie uns kontrollieren. Das leuchtete mir dann natürlich ein.

Im Laufe des späten Nachmittags, nachdem ich eineinhalb Stunden unter Wasser verbrachte, um unser Unterwasserschiff abzuschaben, drehte der Wind auf Nordwest. Eine hohe Welle stand jetzt genau in unsere Bucht hinein und veranlaßte mich, Anker auf zu gehen. In die Nacht hinein, die durch mehrere Blitze immer wieder erhellt wurde, segelten wir nach Porlamar zurück.

Isla Blanquilla

Isla Blanquilla war dann nach 2 Tagen Aufenthalt in Porlamar unser nächstes Ziel. Endlich konnten wir auch mal wirklich segeln. Ostwind um die 15 Knoten. Eine Vollmondnacht später fiel unser Anker vor Playa Yaque, an der Westseite. Wir waren die einzige Yacht, bis am Nachmittag 2 andere dazu kamen. Türkisblaues Wasser und ein herrlicher Sandstrand.

 

Da es uns aber am nächsten Tag zu rollig wurde, verlegten wir uns an die Südseite, wo sich auch eine Küstenwachestation befindet. Dieter, von der Segelyacht Maggia, den wir bereits aus Porlamar kannten, lag dort auch schon vor Anker. Die Küstenwache forderte mich über Funk auf, samt den Schiffspapieren bei ihnen vorstellig zu werden. Nach einer halben Stunde war dies erledigt und wir konnten die Unterwasserwelt, neben uns lag direkt ein Riff, erschnorcheln. Tolle Unterwasserlandschaft, allerdings wenige und nur kleine Fische. Nach einem geselligen Abend mit Dieter und seiner Freundin Claudia bei uns an Bord, legten wir am nächsten Morgen wieder zum Playa Yaque ab. Dort veranstalteten wir mit Irina und Gerlald ein BBQ am Strand. Fast wie Robinson.

Isla Tortuga

 

 

Die Insel Tortuga wurde am nächsten Tag angelegt. Cayo Herradura, ein sehr geschützter Ankerplatz bei starkem Nordostwind. Ein Leuchtturm mit einer kleinen Fischersiedlung, toller Sandstrand. Das war`s auch schon. Die Fischer haben uns mit Fisch und Lobster versorgt. Wir sie im Gegenzug mit Zigaretten, Rum, Olivenöl und frischen Eiern. Draußen rollt bereits eine mächtige Brandung heran. Der Regen setzt immer häufiger ein. Blöderweise mußten wir gegen Wind und anlaufender Welle nach Porlamar zürück, weil das Wetter noch schlechter werden sollte und unser Zeitfenster nicht so viel Spielraum bietet. Nach 19 Stunden unter Motor fiel unser Anker um 1 Uhr nachts an unserer Ausgangsposition in Porlamar.

Isla Margarita - Porlamar

Die nächsten Tage verbrachten wir mit Stadt bummeln und Shoppingtempel besuchen, Irina und Gerald nutzten einen regenfreien Tag um einen Reitausflug zu machen. Durch die Berge bei La Restinga und am Meer entlang.

Dann war es auch schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. In Europa kehrte zu diesem Zeitpunkt der Winter ein. Das traf unsere Freunde leider dann auch, in dem sie am Flughafen in Paris hängen blieben und 1 Nacht im Marriot auf Kosten der Air France verbringen mußten. Das winterliche Wien konnte sie gesund und wohlbehalten in Empfang nehmen.