Rangiroa 2020 in Zeiten des Mara´amu

Rangiroa wurde 1616 von holländischen Seefahrern entdeckt, bereits 150 Jahre vor Tahiti. Die Lagune ist 45 Seemeilen lang und 18 breit. So groß, dass man sogar Tahiti darin unterbringen könnte. Zum dritten Mal machten wir uns von den Gesellschaftsinseln auf den Weg in die Tuamotus. Bei angesagtem Südost legten wir in Moorea ab mit Ziel Fakarava und kamen 48h später in Rangiroa, Tiputa an. Leider war der Wind dann doch nur OSO mit Böen bis 32kn, es war eine harte, nasse Partie und daher waren wir sehr froh, angekommen zu sein und Rangiroa ist ja auch schön. Wenn der Südostwind bläst kann sich innerhalb der Lagune eine Welle bis zu 2 Metern aufbauen. Dies sollte man immer bedenken bei der Wahl seines Ankerplatzes.

An der Nordseite befinden sich die beiden einzigen Pässe, Avatoru und Tiputa, die beiden angrenzenden Orte sind danach benannt. 2300 Einwohner sollen hier leben. Wir können es kaum glauben, so verlassen offenbart es sich uns. Wir ankern wieder vor Tiputa, füttern an Land die abgemagerten Dorfhunde. So richtige Straßenhunde sind es ja nicht, sie gehören irgendwie in einer losen Bindung zu einem Haushalt. Was aber offenbar nicht immer auch die Verpflegung durch diese inkludiert. Einige erkannten wir noch von 2018, andere gesellten sich neu zu uns. Das liegt aber wie immer mehr an unseren Mitbringseln als an der Exotik neuer Besucher.

Am Avatoru Pass

Lilly, das Restaurant an der rechten Seite beim Hafen hat geöffnet, die Konkurrenz ihr direkt vis a`vis, Puna, hat zur Zeit geschlossen. Das Hotel Kia Ora öffnet erst wieder am 22. Juli 2020. Vier Tauchschulen vor Ort teilen sich die wenigen Interessenten. Die mind. sechs Supermärkte in beiden Dörfern haben geöffnet und versorgen die Bevölkerung wie immer ohne Einschränkung. Frachtschiffe finden auch etwa einmal die Woche den Weg durch die Pässe und sorgen für Nachschub. Dieses Jahr gibt das Vini GSM Netz sogar 4G her und wir können einige Arbeiten im WWW erledigen. Am Aquarium, dem Schnorchelspot in der Verlängerung des Tiputa-Passes, wurden viele weitere Festmacherbojen für Dinghies und kleinere Ausflugsboote installiert und auch einige Bojen mit Infoschildern unter Wasser zur heimischen Fischvielfalt.

Die Anzahl der Segelschiffe war zu Beginn aufgrund der hängen gebliebenen WARC Teilnehmer und Pacific Paddle Jumper wie vor Covid. 15 Yachten vor Tiputa. Viele gingen dann aber weiter nach Tahiti, so verblieben nur mehr 7 vor Anker.

Doch Halt, wir haben ja ganz den Mara´amu vergessen, der uns nötigte Tiputa zu verlassen und die 16 Seemeilen zum Motu Faama zu segeln um dort Schutz vor dem Seegang zu suchen. Mara´amu heißt auf polynesisch der Südostwind über 25 Knoten. Er blies dann auch mit Böen über 30, nach 5 Tagen segelten wir wieder zurück nach Tiputa, da war es dann bei Ostwind um die 25 Knoten wieder ruhiger von der Welle her.

Eigentlich warten wir hier ja auf Nordostwind um weiter nach Fakarava zu segeln. Nix da, die ganze Woche OSO und jetzt steht der nächste Mara´amu an. Allerdings nur für etwa 3 Tage, also werden wir in Tiputa bleiben und ihn hier ausschaukeln. Neben uns zwei australische Yachten die von den Marquesas kamen und eine französische Familie mit 2 Kindern auf einer Stahlyacht. Heute Nacht soll es dann mit bis zu 30 Knoten aus Südosten blasen. Mal schauen.