Tahiti nach Fakarava im Feb.2019

Von Tahiti nach Fakarava - Tuamotus, Februar 2019

Im Februar kam Daniel aus der Schweiz, um mit uns nach Fakarava zu segeln. Vom Ankerplatz vor der Marina Taina ging es zuerst bei mässigem Nordwind nach Taravao im Süden Tahitis um dort vor dem angekündigten Sturm aus Nordwest Schutz zu suchen. Die Prognosen besagten Wind um die 40 Knoten mit Böen bis 50. Somit war der Ankerplatz in Taina, der zwar durch ein Riff geschützt ist, aber ansonsten dem Wind aus dieser Richtung schutzlos ausgeliefert ist, kein Ort zum Verweilen. In Taravao besuchten wir Daphne und Rainer von der SY Lojan, die dort in der Marina liegen und ihr Teakdeck erneuern. Im großen Carrefour vor Ort vervollständigten wir dann noch unseren Einkauf für die Tuamotus.

Taravao ist ein sympathischer und sicherer Ankerplatz, leider aber auch als Regenloch bekannt, meistens nicht zu Unrecht. Diesmal blieb es allerdings trocken. Die tägliche mehrmals aktualisierten Wetterberichte, NW bis 42 Knoten, konnten wir hier tief drinnen geschützt und vollkommen ruhig liegend, gar nicht glauben. Nach 2 Tagen gingen wir Anker auf und segelten nach Süden. Nach dem Pass bekam der Wetterbericht seine Bestätigung. 28 bis 35 Knoten Nordwest mit Wellen um die 3 Meter. Raumschots segelten wir teilweise mit fast 9 Knoten dem südöstliche Ende Tahitis zu, dort traf uns dann eine Böe mit 45 Knoten, das gefiel unserer Oma gar nicht. Die "Oma" ist unsere 10 Jahre alte Genua, die in ein paar Woche ausgetauscht wird. Also nix mit Fakarava, sondern Schutz suchen bei Tahiti Iti, der kleinere Teil der Insel. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Näharbeiten an "Oma".

Morgens um 9 Uhr ging es dann los, wir wollten den Nordwestwind ausnutzen, der nur noch etwa 30 Stunden anhalten sollte. Halbwindsegeln bei 30 Knoten plus, Welle über 3 Meter, Backbord seitlich anlaufend, kurz und unangenehm. Die ersten 24 Stunden zählten schon zu den härteren Segeltrips. Stündlich mindest 2 Wellen, die an Sagitta brachen und uns mit frischem Meerwasser im Cockpit "erfrischten". Danach beruhigte sich der Wind und ging runter auf 20 Knoten, drehte leider immer mehr auf Nord, bis er dann NO erreichte. Die letzten Stunden motorten wir also dann bis zum Südpass von Fakarava, der von uns aus genau in Windrichtung lag. Wir warteten gar nicht erst Stillwasser ab, sondern motorten um 6 Uhr früh bei auslaufendem Wasser mit Gegenstrom  von etwa 3 Knoten den Pass hindurch und nahmen eine Boje vor Manihis Aito Paradise Resort auf, wo wir das einzige Schiff waren. Glücklich angekommen zu sein, begrüßten uns graue Riffhaie, die zu viert unter Sagitta Schutz fanden, begleitet von Remoras (Schiffshalter) und Maitos, den Doktorfischen.

Nach einem wirklich verdientem Anlegerbier fuhren wir mit dem Dinghy zum Südpass Tumakohua. Im Tetamanu Snack saßen wir auf der Holzterrasse, unsere Beine baumelten über den schwarzen Spitzen der gleichnamigen Haie. Wir nahmen einen Drink beim Tetamanu Snack, ein Essen muss man dort leider vorbestellen, somit werden wir erst an Bord unseren Hunger bekämpfen. Stärker werdender Nordost Wind machten den Platz an der Boje ungemütlich, wir entschlossen abzulegen und die 6 Seemeilen nach Hirifa in der Südost-Ecke von Fakarava zu segeln. Dort ankerten wir bei Laiza, die ein kleines Haus am Strand ihr Eigen nennt. Ein Topspot!

Laiza lebt mit ihrem Mann und Sohn sehr zurückgezogen an diesem Ort. Starker Nordwest-Wind mit über 100 km/h und hohe Wellen hatten auf ihrem Grundstück vieles durcheinandergefegt und somit hatten die Eigner noch Einiges an Aufräumarbeiten vor sich. Lediglich die zwei Hunde faulten sehr entspannt herum. Laiza empfängt ebenfalls nach Voranmeldung Segler zum Lunch und bewirtet sie auf der privaten Terasse. Aufgrund ihrer internationalen Gäste sprach die Dame schon recht gutes Englisch, ohne es jemals wirklich gelernt zu haben. Dieser Ort hat es uns angetan. Beim nächsten Mal werden wir sicher Ihre Küche näher in Augenschein nehmen.

Nachdem wir dieses traumhafte Plätzchen verlassen haben, segelten wir zum Pakokota Yachtservice, wo das schlechte Wetter der vorangegangenen Tage das hölzerne Anlegedock zerstört hatte. Das Dinghi mussten wir daher auf den kurzen Sandstrand ziehen, wo uns auch gleich Agnes, die Inhaberin begrüßte.

Wir waren das einzige Schiff an den zahlreich ausgelegten, gratis zu benützenden Bojen. Es gibt sogar WiFi, das am Ankerplatz genutzt werden kann. Allerdings benötigt man dafür die Bons, die Agnes nach einer Konsumation zur Verfügung stellt. 300MB für 24h.

Unsere nächste Etappe, von Pakokota nach Rotoava, war sodann auch die letzte dieses Törns. Die Süd - Nord Route inerhalb des Atolls lässt sich bei vorherrschenden Winden aus dem östliche Quadranten immer gut segeln.Für den Rückweg gilt dies natürlich auch. Lagunensegeln bei 15 Knoten Halbwind, ein Gläschen Chardonnay mit der Crew am Vorschiff, das hat schon etwas! Vor dem Hauptort gab es ein Wiedersehen mit Sandra und Franz von der SY Kyory, zuletzt sahen wir uns im Dezember in Tahiti.

Von Tahiti bis hierher haben wir sehr abwechslungsreiche und teilweise anstrengende 350 Seemeilen zurückgelegt.

Eine Strecke die ziemlich genau der von von Wien nach Bregenz entspricht.

Den Abend verbrachten wir dann auf der Kyory, die das schlechte Wetter (fast 40 Knoten und 1,5 Meter Welle) vor Rotoava ungemütlich aber schaden frei überstanden hatten. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Dinghi in den Hafen, erkundeten das Dorf und stellten das Internet beim Fakarava Yacht Service solange auf die Probe, bis der Hunger sich meldete und wir uns vom Fahrer des Snack Elda abholen ließen. Das Lokal ist weit außerhalb südlich des Ortes gelegen und bietet einen faszinierende Aussicht auf die Lagune und ausgezeichnetes Essen. Alles in allem ein sehr schöner Abschluss des Törns mit Daniel.

Der Fahrer des Minibuses vom Fakarava Yacht Service brachte Daniel dann vom Dock in Rotoava zum Flughafen, für 1000 XPF ein guter Service. Man bekommt beim Fakarava Yachtservice, das sich hinter der Uferstraße auf Höhe des Restaurants Pailotte befindet, gratis schnelles Internet, kann Wäsche waschen, die Maschine (Heißwasser, Trockner, gefaltet, inkl. Abholung und Zustellung) um 2500XPF. Stephanie und Aldric verleihen auch E-Bikes, 4h um 3000XPF.