Fakarava - Tuamotus, Mai 2017

Fakarava

Nach 49 Stunden Halb- und Amwind segeln von Tahiti erreichten wir am Nachmittag die Einfahrt zum Sùdpass von Fakarava in den Tuamotus. Der Pass ist ausreichend breit und es war Stillwasser, also kein Problem.
Dieser Pass ist weltweit berühmt fùr die hõchste Dichte an grauen Riffhaien. Je nach Saison sollen sich bis zu 900 davon hier tummeln. Zum Vollmond jedes Jahr im Juli findet dann das große Fressen statt. Die Zackenbarsche versammeln sich hier um zu laichen. Davon wissen auch die Sharkies und freuen sich schon das ganze Jahr darauf.
Wir suchen uns vorerst mal eine von den 8 im NO nach dem Pass ausgelegten Mooringbojen.  Normalerweise vertauen wir mehr unserem Anker, aber hier ist ankern nicht erlaubt. Bei der hohen Dichte an Korallenstöcken auch verständlich.

Es gibt hier 2 Tauchschulen, bei einer davon, Top Dive, lassen wir nach dem Tauchen immer unsere Flaschen mit Nitrox füllen. Eric erledigt dies für 1500 XPF, umgerechnet 15 US$.
Apropos Tauchen. Alain, ein französischer Einhandsegler, klopfte eine Stunde nach Festmachen an der Boje um zu fragen, ob ich nicht mit ihm tauchen mõchte. Na klar, das darf man sich als Taucher hier nicht entgehen !assen. Am nächsten Tag bei einlaufender Tide das ganze "Gepäck" ins Dinghy, aus dem Pass raus, da, wo die erste weiße Boje liegt, alles klar machen, mit einer  30 Meter langen  Leine, an der wir das Dinghy unter Wasser nachziehen.
Dann geht es gleich mal 20 Meter nach unten. Unter uns sind schon mal gleich an die 10 Stück Schwarzspitzenriffhaie, aber keiner grõßer als 2 Meter zu sehen.

Danach sehen wir auch schon die ersten grauen Riffhaie, vereinzelte Weißspitzenriffhaie, einen 1 Meter langen Napoleonfisch. Einhornfische erfreuen sich an unseren Luftblasen und sind immer in Griffweite. Nach etwa 30 Minuten Grundzeit geht es wieder nach oben. Tiefster Punkt war 31 Meter. Nach 1 Stunde Pause, in der wir die Flaschen fùllen ließen, ging es wieder nach unten. Diesmal war die Sicht leider schlechter, aber es ist beeindruckend wenn aus der Ferne ein grauer Riffhai aus dem Nichts auftaucht und sich auf Kollisionskurs befindet, allerdings spätestens 3 Meter vor dem Taucher, in diesem Fall also mir, abdreht.

Hier in den Tuamotus ist man einfach von Haien umgeben, auch am Ankerplatz oder an den Bojen. Faszinierende Tiere, die leider all die Jahre ein sehr schlechtes Marketing genossen haben. 
Die Tage haben sich dann alle Bojen gefüllt. Die deutschsprachigen Segler sind in der Ùberzahl. 3 Schweizer, 1 Deutscher und wir als õsterreichisches Schiff. Manihi, ein Franzose, der hier auf einem Motu lebt und das Aito Paradise Resort leitet, bereitet für heute Abend Holzofenpizza fùr uns. Ab 8 Gästen ist er bereit dafür.
Für eine Pizza im Nirgendwo ausgezeichnet, 1500 XPF pro Person. Getränke muss man selbst mitbringen, dafür kann man soviel essen wie man mõchte. Ein gelunger Abend um mal wieder neue Segler kennen zu lernen. Mit der Taschenlampe erleuchten wir uns den Weg zwischen den Korallenstõcken zu Sagitta zurück. Zu guter letzt bekommt auch Othello sein Stück Pizza für's aufpassen an Bord.

Heute näht Lambrini wieder an unserem Dinghycover, ich zerlege den Außenborder um eine neue Wasserpumpe einzubauen, danach ging es nochmals zum Tauchen in den Pass. Bei diesem 3. Tauchgang war die Sicht leider am schlechtesten. 
Am nächsten Tag machten wir uns auf Richtung Norden, zum Pakokota Yacht Service. 2 0 Seemeilen Lagunensegeln, 15 Knoten Wind, kaum Welle. Als wir nach 4 Stunden ankamen, zeigte sich, dass leider keine der etwa 7 Bojen frei war. Da auch hier überall Korallenstöcke waren und wir. keine Spuren in diesem UNESCO Biosphärenreservat hinterlassen wollten, segelten wir weitere 9 Seemeilen bis nach Rotoava, dem Hauptort von Fakarava. Hier waren noch 2 Bojen im Norden des  Anlegers frei. Alain, mein französischer Tauchbuddy lag auch schon hier.


Nach. einer sehr ruhigen Nacht, erkundeten wir das Dorf. Um die 700 Einwohner, damit für Tuamotusverhältnisse schon fast eine Großstadt. Es gibt hier 3 kleine Supermärkte, die zumindest 1 Mal pro Woche von einem Versorgungsschiff beliefert werden. Außen an der Post gibt es einen Bankomaten, aber nur für Kreditkarten, keine Maestro Karte. Maximal 25000 XPF pro Behebung. Man darf aber mehrmals hintereinander abheben.
Das Fakarava Yachtservice liegt ziemlich versteckt im Süden, nicht am Wasser. Dort liehen wir uns Fahrräder, für 1000 XPF, mit denen wir 4 Stunden die Umgebung erkundeten. Man kann dort auch allerhand trinken, dafür bekommt man dann den Code für das Internet. Das wird auch von vielen Seglern genutzt.
Besser gefiel uns das kleine Restaurant " La Paillote" , nicht weit entfernt, direkt am Wasser, Dinghydock und sehr gute Eisbecher für 1000 XPF. 1€ entspricht 119 XPF, Pazifischer Franc. Ebenfalls gratis WiFi.

Vom Flughafen am Nordpass kann man 3x die Woche nach Tahiti fliegen. 
Wir segelten heute an diesem vorbei, um direkt am Nordpass, dort liegen 3 Bojen aus, eine davon aufzunehmen. Othello konnte hier endlich wieder mal am Strand tollen. Der Pass selbst soll bei auslaufendem Wasser eine Strömung bis 6 Knoten aufweisen. Das macht das Tauchen hier etwas gefährlicher. Nachdem wir  bei Stillwasser mit dem Dinghy durch den Pass fuhren, entschloß ich mich, Alain abzusagen. Die Sicht ist schlechter als im Südpass und Lambrini ist etwas in Sorge, wenn ich bei diesen Bedingungen, der Pass ist mit fast 1 km Breite, der weiteste in ganz Franz. Polynesien, tauche. 5 Seemeilen entfernt von Rotoava. Also übernachten wir hier, nutzen den Strand für Dinghy reinigen und Othello, bevor es am nächsten Tag zurück zum Hauptort geht. Das Versorgungsschiff kommt morgen früh. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und unseren Vorrat an Obst und Gemüse aufstocken.

Heute ist also Einkaufstag. Die Cobia 3 hat am Dock festgemacht und die Hälfte der Inselbewohner steht mit den Pickups hier und wartet auf die bestellte Ware.
Uns interessiert allerdings nur Obst und Gemüse. Um 11 Uhr sind  die Supermärkte dann auch soweit und verkaufen die Ware. Pampelmousen, Orangen, Äpfel, keine Papayas und keine Bananen. Broccoli, Karfiol, Lauch, Karotten, Paprika, Zwiebel und Kartoffel sowieso, standen auf der Gemüseseite. Tomaten gab es auch, doch bei einem Kilopreis von 10 Dollar verzichten wir gerne darauf.

Danach holen wir mit unseren Kanistern noch bestes Trinkwasser, gratis im Hafen an einer Hauswand, verabschieden uns von Andreas, der mit seiner Yacht Kama alleine unterwegs ist und segeln zum Pakokota Yachtservice, 10 NM südlich, zurück. Am Samstag soll starker Wind aus Südost kommen, wir denken hier gut geschützt  vor Anker zu liegen, Bojen waren wieder keine mehr frei.
Internet mit Code bekommt man für 24 h, wenn man ein Getränk ordert. Man kann um 800 XPF selbst in der Maschine waschen, es gäbe Abendessen, Transfer in die Stadt oder zum Flughafen. Auch hier liegen in etwa 10 Schiffe. 
Nach 2 geruhsamen Tagen segeln wir dann durch den Nordpass nach Toau, unserem nächsten Atoll.