Marquesas,im Oktober 2016

Hiva Oa

Unser erster Ankerplatz nach der Pazifikpassage  -  die Bucht Hanaiapa im Norden der Marquesas Insel Hiva Oa. Wir waren  das einzige Schiff in der weitläufigen Bucht. Heckanker empfiehlt sich. Der Schwell war aber für uns auch ohne noch erträglich.

Es gibt ein kleines Dock, wo wir das Dinghy mit Heckanker festmachen können. Ebenso ist dort ein Wasserhahn, Kanister direkt mit Schlauch im Dinghy füllen , angeblich aber kein Trinkwasser. Wir haben in unseren Tanks immer Desinfektionsmittel, ein Keramikfilter ist auch noch  vorgeschaltet. Wir verwendeten das Wasser ohne Probleme als Trinkwasser.

 

Einklarieren kann man nur auf der anderen Seite der Insel, in Atuona. Wir wollten dies zu Fuß erledigen in der Hoffnung auf dem Weg eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Autsch, das war keine so gute Idee nach 26 Tagen auf See. Die ersten 10 Kilometer brachten uns auf 880 m. Am Flughafen vorbei ging es dann wenigstens bergab. Auto sahen wir bis jetzt nur eines, das kam uns aber entgegen. Als wir schon ziemlich ausgelaugt waren, hatten wir doch noch Glück und eine Einheimische nahm uns im Pick Up die restliche Strecke in den Ort mit. Einklarieren erfolgte fast problemlos bei der Gendarmerie, gebührenfrei. Als wir ihm erklärten, dass wir mit Othello, unserem Bordhund unterwegs sind, wurde er ein bissl blass um die Nase und schickte uns zum Tierarzt vor Ort. Vorher machte er uns noch Hoffnung, dass die Zeit an Bord als Quarantäne zählt. 40 Tage seien vorgesehen.

Also ab zum Veterinär, etwas außerhalb des Ortes. Der machte sich viele Kopien vom Hundepass und wollte einen Dither für die Tollwutimpfung haben. Allerdings hat er nicht die Möglichkeit dies hier selbst durchzuführen. Das ginge nur in Papeete. Also war der ganze Aufwand umsonst, zurück zur Gendarmerie. Othello darf nicht von Bord, der Gendarm war zufrieden, wir weniger. Eigentlich haben wir auch nichts anderes erwartet. Vielleicht probieren wir es in Papeete nochmals.

Im Touristbüro lernten die wir die dort angestellte, sehr hilfsbreite Dolores kennen. Diese vermittelte uns Simone, die uns für 30 US mit dem Auto wieder zurück nach Hanaiapa brachte. Ein anstrengender Tag ging zu Ende.
Der erste Eindruck von den Marquesas: außergewöhnlich freundliche und hilfsbereite Menschen, unglaubliche Natur, Ruhe.

Die kommenden Tage verbrachten wir mit Wanderungen in die Umgebung. Mangobäume, Pampelmusen, Noni Früchte, Frangipanis, Ingwerpflanzen mit ihren roten Blüten, Papayabäume, Bananenstauden, ein Paradies für uns. Wir konnten uns gar nicht satt sehen.

 

Anker auf und weiter Richtung Tahuata, in die Baie Othi, wie wir sie in Ermangelung eines andern Namens, nannten. 0,7 NM nördlich der Bucht Hana Moe Noa. Wieder sind wir das einzige Schiff. Der Sandstrand gehört uns alleine, also in erster Linie Othello. Diese Bucht wird auch, wie wir später erfuhren, von der Aranui 5 benützt, um Ihren Gästen ein BBQ am Strand zu ermöglichen.
Nach 2 Tagen verlegen wir uns in die Hana Moe Noa Bucht. Laut Guide soll diese Bucht bewohnt sein, ist sie aber nicht. Die beiden Hütten sind leer.

Ein Motorboot mit 2 jungen Einheimischen macht bei uns fest. Sie bieten uns frisches Baguette an, das wir gerne annehmen. Ebenso tauschten Sie 1,5 kg frische Tomaten gegen Angelhaken und Bier. Alle waren zufrieden. Tauschen ist auf den Marquesas sowieso sehr beliebt. Große Angelhaken, Nagellack, Parfüm, Haarklammern, 22 mm Schrotpatronen, werden gerne genommen. Alkohol, wie Rum, oftmals auch gerne, aber das ist immer so eine Sache die Einheimischen zum Trinken zu verleiten.

Vaitahu, unser nächstes Ziel auf Tahuata.  Bekannt für starke Fallböen. Ein beeindruckendes Bergmassiv gibt es dafür als Kulisse. Dinghy anlanden ist abenteuerlich. Die einzige Möglichkeit ist ein Betondock, das gerade erweitert wird. Viel Schwell davor lässt uns zweifeln dies auch zu nützen. Doch der einheimische Baggerführer hilft uns beim festmachen und verspricht ein Auge auf unser Dinghy zu werfen. Im Ort sprechen wir den Knochenschnitzer an um Obst tauschen zu können. Für eine kleine Flasche Abuelo Rum gab es dann Pampelmousen und Mangos. Auf dem Rückweg kam uns der Baggerführer entgegen und drückte uns noch eine riesige Pampelmuse in die Hand. Die Freundlichkeit der Menschen wird uns hier noch oft überraschen. Danach machten wir uns noch auf den Weg nach Hanateau. Dort ankerten wir erstmals mit noch einem Schiff in einer Bucht.

Der deutsche Katamaran „Tiki“, mit Michelle und Fritz. Zuletzt sahen wir ihn in Kuba. In der Nacht hatten wir hier dann Fallböen bis 35 Knoten, unruhig aber kein Problem.
Der Ort Hapatoni, der mit dem Beiboot in 5 Minuten zu erreichen ist, hat ein entzückend kleines Hafenbecken, das auch als Swimmingpool durchgeht, so klar ist das Wasser. Auf dem Weg am Wasser entlang werden wir von einer Knochenschnitzkünstlerin angesprochen. Am Ende erstand Lambrini eine Kette mit einem Marquesaskreuz als Anhänger. Als Draufgabe ging eine Freundin von der Künstlerin noch mit uns durch den Ort und sammelte Mangos für uns.

Den Abend verbrachten wir auf der „Tiki“. Am nächsten Tag stand Fatu Hiva, die südlichste Insel auf dem Programm. Entlang der Küste knallten die Fallböen auf Sagitta, nach dem wir frei waren von Tahuata, drehte der Wind auf Südost, statt Nordost, wie es doch so von den Meteorlogen vorhergesagt wurde. Also genau auf die Nase mit 30 Knoten. Das machte nicht wirklich Spaß und veranlasste uns wieder umzukehren. Hana Moe Noa, ankern auf 7 Meter Sandboden. 2 Mantas treiben sich hier in der Bucht herum. Jetzt ist der passende Moment gekommen das Unterwasserschiff von den über den Pazifik angesammelten Entenmuscheln zu befreien. Mit Taucherausrüstung und Nirostaspachtel dauerte dies rund 70 Minuten.

H

Ua Huka - Hane Bay, neben uns die Tarporo 5

Mit frisch gestriegelten Unterwasserschiff geht es am nächsten Morgen bei 22 Knoten Ostwind die 65 Seemeilen nach Ua Huka. Welle in etwa 1,5 Meter. Traumhaftes Raumschot segeln. Unser Bügelanker fällt auf 9 Meter in der Hane Bay. Dinghy anlanden ist mal wieder ein Abenteuer. Die Brandungswelle will genau ausgelotet werden. Geschafft. Wanderschuhe an und ab in die Berge. Tiki`s besuchen in Meiaute, 30 Minuten Fußmarsch bergauf.

Als wir zurück kamen, sahen wir gerade ein Landungsboot des Versorgungsschiffes Taporo 5 am Strand anlanden. 5 Männer hielten im Wasser stehend das Transportboot fest an den Strand gepresst während die Einheimischen Copra in Säcken an Bord brachten  und zugleich lang ersehnte Waren für den Ort abluden. Das ganze Dorf schien bei diesem Spektakel anwesend zu sein.

Am nächsten Tag wollten wir weiter nach Vaipaee, nur 2,5 Seemeilen weiter westlich. Am Eingang in die Fjord ähnliche Ankerbucht schlugen schon die Wellen die Felsen hoch. Innen war es sehr eng, durch 2 mittig platzierten Bojen für Einheimische Boote war der Platz sehr begrenzt. Wir hatten auch nur mehr 1,5 Meter Wasser unter uns, der Schwell lief bis hinten rein, 2o Knoten Wind. Alles in allem, kein Ort für die Nacht. Also wieder raus und ums Eck in die Haavei Bay, an der Westseite von Ua Huka. Landschaftlich sehr beeindruckend durch seine Kargheit und Unberührtheit.

Wir entschlossen uns aber doch heute noch weiter nach Nuku Hiva zu segeln. Nur unter Genua ging es mit achterlichen Wind die 32 Seemeilen in den Hauptort Taiohae, etwa 3000 Einwohner zählend. Wir kamen um 21 Uhr an, diese weitläufige Bucht ist auch problemlos nachts anzusteuern. Der Hauptankerplatz befindet sich allerdings im Osten, nicht wie in einigen Guides beschrieben im Westen. Zumindest lagen dort alle Yachten. Bedingt auch durch die Nähe zum Ortszentrum.

Edi, den wir in Panama kennen lernten, lag auch hier vor Anker. Er kam erst ein paar Tage vorher aus Kolumbien an. Den Pazifik hat er ganz alleine überquert.

Kevin, ein Amerikaner, betreibt den Yachtservice an der Hafenmole. Wäscherei, 15 US für 5 kg mit Trocknen und Falten. Internet für 3US$ pro Tag. Autoverleih Pick Up für 130 US$ pro Tag. Kartusche Sikaflex 291 für 25 US$(in Papeete wird es noch teurer  -wirklich!) Tätowierer „Moana“ im Laden. Segelreparaturen und auch Agent für Schiffsersatzteile Import aus dem Ausland.
An der Hafenmole werfen die Fischer Reste ins Hafenbecken. Schwarzspitzenriffhaie erfreuen sich daran. Mindestens 4 Stück, 1,5 Meter lang. Beeindruckend.

Es gibt hervorragendes Poison Cru mit Reis oder Pommes um unschlagbare 6 US$ im „Snack Tematapuaua“ hinter dem Obstmarkt am Hafen. Nespressokapselkaffee um 2 US$ und ein kleines Buffet mit Kuchen um 3 US$.
Die Inselrundfahrt mit Kevin`s Nissan Pick up hat sich auf jeden Fall ausgezahlt.
Wasser gibt es gratis beim Fischmarkt im Hafen. Es soll kein Trinkwasser sein, aber wenn es nicht gerade vorher stark regnete ist es ohne Probleme trinkbar.
Es gibt 3 kleine Supermärkte an der Wasserfront. 12 Eier kosten 5 US$,  1 L deutsche Milch „Fritschli“ 1 US$. Baguette 0,75 US$.
Ein Hardwarestore ist ebenfalls im Ort. Alles in allem kann man sich hier ganz gut versorgen, allerdings sind die meisten Sachen teurer als in Papeete. Dort kosten z. Bsp. 12 Eier 3,75 US$.

Ein Highlight auf Nuku Hiva war der Ankerplatz in der Daniels Bay – Hakatea.
Von dort machten wir uns auf den Weg zum 3. höchsten Wasserfall der Welt. Vorbei  an Obstgärten den kleinen Fluss entlang, den wir 3 x überqueren mussten. Aale mit 1 Meter Länge beäugten dies skeptisch, machten aber keine Anstalten unsere Zehen anzuknabbern.

Gestärkt durch unsere soeben bewiesene Unerschrockenheit standen wir nach knapp 2 Stunden endlich vor dem über 300 Meter hohen Vaipo Wasserfall.

Bergab zurück ging es jetzt flotter. Am Haus von Teiki und Kua wurden uns Mangos, Pampelmousen, Avocados, Orangen und Bananen angeboten. Wir versprachen am nächsten Tag mit Tauschwaren zurück zu kommen.

Als wir dann Zigaretten, Nagellack, Haarklammern und ein kleines Parfum vorbeibrachten, durften wir als Gegenwert etwa 30 kg Obst zurück an Bord bringen.Unfassbar, aber so sind die Beiden.

Panorama Ua Pou im Norden

Nach einigen schönen Tagen ging es dann weiter nach Ua Pou, um am nächsten Tag die 400 Seemeilen zu den Tuamotus in Angriff zu nehmen.