Ecuador - Bahia de Caraquez

Ecuador - Puerto Amistad - Bahia de Carquez

Im August 2016

Nach Tumaco in Kolumbien erreichten wir 2 Tage später Bahia de Caraquez in Ecuador. Man benötigt einen Lotsen um den Fluß Rio Chone, wo sich die Marina befindet, zu befahren. Ariosto, der Marinaangestellte, wird mit dem Lancha zum "Waiting room" gebracht und steigt über zu uns an Bord. Der Platz ist zum Ankern denkbar schlecht, es läuft immer eine unangenehme Dünung hier. Der Treffpunkt mit dem Lotsen wird über Kanal 16 bestätigt und findet immer knapp vor Hochwasser statt. Ohne Lotsen sollte man nicht versuchen die Flussmündung zu befahren, da die Seekarten nicht stimmen für diesen Bereich. Es dauerte etwa 40 Minuten bis unser Anker knapp vor der neuen Straßenbrücke in Bahia fiel. Man könnte auch vor Bug- und Heckboje liegen.

Im April 2016 gab es hier ein sehr starkes Erdbeben, das vieles zerstörte. Überall wird gearbeitet, dementsprechend staubig ist die Luft und der Lärm der 80 Meter entfernten Haupstraße ist auch nicht zu überhören. Sicher kein schöner Ankerplatz und ausserdem herrscht sehr starke Strömung im Fluss. Wir wollen hier auch nur Diesel und Wasser bunkern, sowie Sagitta für die nächsten Seemeilen wieder auf Vordermann bringen. Andere lassen Ihr Schiff hier, um das Land zu bereisen. Dafür hat es bei uns leider nicht gereicht.

Nach Las Brisas in Panama gibt es hier ein richtig luxuriöses Dinghydock mit Wasseranschluß, angeblich aber nicht trinkbar. Wir verwenden es trotzdem  in unseren Bordtanks, Desinfektionsmittel und Keramikfilter auf Sagitta ermöglichen dies ohne Probleme. Das Wasser ist kostenlos, die Bürokratie dagegen leider sehr kostspielig.

Der verpflichtende Lotse bekommt jeweils 35 US, also rein-raus 70 US. Ankern ist mit 5 US pro Tag OK. Bezahlt wird monatlich im voraus. Wenn man früher ablegt, wird der Überschuß zurück bezahlt bzw. zum Ausklarieren gegenverrechnet. Die Marina fungiert als Agent beim Ein- und Ausklarieren. Man bekommt erstmalig 90 Tage Aufenthaltsgenehmigung in Ecuador, die man auf weitere 90 Tage verlängern könnte. Kosten dafür 185 US Ein- und 180 US Ausklarieren, gesamt 365 US Dollar plus Pilot 70 US ergibt total 435 US Dollar. Die offizielle Währung in Ecuador ist der US Dollar. Es gibt ausreichend Bankomaten im Ort. Auch Hunde sind überhaupt kein Problem hier, entgegen der Info auf Noonsite darf Othello problemlos offiziell an Land, da er sowieso alle nötigen Impfungen in seinem EU  - Haustierpass eingetragen hat. Die Behörden kommen am nächsten Vormittag zu viert an Bord, checken die Medikamente, die Signalraketen und die Rettungsinsel. Vor allem das Ablaufdatum interessiert sie. Alles läuft sehr entspannt und freundlich ab.

Die Marinapreise sind angemessen. Mit der täglichen Ankergebühr von 5 US$ oder 15 US$ Bojengebühr ( 300 US$ im Monat) kann man das Dinghydock nützen, die sehr ordentlichen Duschen und Toiletten, Wasser, Internet am Ankerplatz und im Marinaareal, nicht sehr schnell, aber meistens ausreichend. Das Restaurant ist auch ganz in Ordnung, kein Schnäppchen, aber, sagen wir mal, bemüht. Man hat das Gefühl hier willkommen zu sein.

Gasflaschen (z. Bsp.18 kg mit US Anschluß für 14 US$) werden direkt von Ariosto gefüllt, der überhaupt der Ansprechpartner hier ist. Diesel kostet an der Straßentankstelle 1,05 US$ pro Gallone. Wir bekamen 3 x 20 Liter Kanister ohne Probleme gefüllt, dieser gestützte Preis soll angeblich nur für Einheimische sein. Wie auch immer. Wir ließen uns den Rest, an die 400 Liter, direkt von einem Einheimischen zu Sagitta liefern. Preis dafür dann 1,50 US Dollar die Gallone inlusive Zustellung. Die Marina würde noch mehr verlangen. Die Wäschereifrau nimmt 60 US Cent pro Pfund, inklusive trocknen und Falten. Weder gut, noch günstig, sie verwiegt sich auch mal zu Ungunsten des Kunden, aber es ist bequem und der Service wird genutzt. Ariosto reinigt das Unterwasserschiff mit seinem Freediver für ca. 1 US Dollar pro Fuss. Das sollte man auf jeden Fall vor dem Ablegen machen lassen. Die Sichtweite unter Wasser beträgt vielleicht 20 cm.Bei diesem Preis überlegt man sich dann, es selbst zu machen. Das Brackwasser regt den Bewuchs doch sehr an.

Man kann zu Fuß zur Shopping-Mall gehen, in der sich nach dem Erdbeben der einzig große verbliebene Supermarkt befindet. In der Mall gibt es freies WiFi. Der Supermarkt hat auch eine brauchbare Baumarkt- und Haushaltswarenabteitung.

Die Auswahl an lokalen Milchprodukten, Schokoriegel, Wurstwaren, Mineralwässer (auch mit Kohlensäure, 3 L Flasche 1,15 US$, 5 L ohne Kohlensäure für 88 US cent), Erdnusspasten, Tee, getrockneten Pilzen, tiefgekühlten Fisch- und Fleischwaren und sogar Kissen überraschte in Breite und Preis. Alkohol sollte man unbedingt schon vorher in Panama bunkern. Einheimisches Bier gibt es meistens nur in Flaschen, um die 79 US Cent die 0,33 L, das Importbier in Dosen kostet schon ca. 2 US Dollar. Wein und Schnaps haben fast polynesisches Preisniveau. Eine Flasche Absolut Wodka kostet 60 US$. Nach dem Einkauf kann man sich vom Taxi zur Marina für 1 US bringen lassen.

Ein Highlight ist der tägliche Markt mit toller Auswahl und großer Vielfalt an Obst und Gemüse, Kräutern, Nüssen, Beeren, Fisch, Fleisch, Käse und sogar Zigarren. Das Ganze zu ecuadorianischen Preisen, deutlich billiger als Panama bei  besserer Qualität. Somit war das Verproviantieren mit Frischware eine wahre Freude für Gaumen und Budget.

Nach 3 Wochen waren unsere Tanks gefüllt, Vorräte gebunkert, Sagitta wieder in Topform gebracht. Jetzt konnte es endlich losgehen. 3600 Seemeilen bis zu den Marquesas in Französisch Polynesien liegen als nächstes vor uns.