Panama - San Blas 2014/15

Zurück zu den San Blas Inseln.

Nachdem wir die Shelter Bay Marina verlassen hatten, lagen wir in Portobelo einige Tage vor Anker. Rainer, der deutsche Segelmacher, fertigte uns in dieser Zeit ein Dinghycover und Cockpitauflagen aus Sunbrella an. Mit seiner Frau Birgit betreibt er die Casa Vela direkt am Wasser. Täglicher Treffpunkt vieler Ankerlieger um sich bei einem Balboa (Panama Bier) auszutauschen. Die Beiden haben auch ein Herz für Tiere. Amy, Carlos und Tyson, Ihre 3 Hunde, würden dies jederzeit gerne bestätigen. Othello fühlte sich auch sehr wohl in diesem Rudel.

 

Als wir uns verabschiedeten von Portobelo, waren es nur 20 Seemeilen bis in die Green Turtle Cay Marina bei Nombre de Dios. Yogi, der Berliner, managt jetzt schon das 3. Jahr diese Marina. Man könnte auch sagen, er ist das Herz der Anlage. Hilfsbereit und immer für einen Schmäh gut. WiFi, Wasser, Strom, Benzin und Dieselzapfsäulen sind ebenfalls vorhanden.

Nach weiteren 35 Seemeilen kommen wir mit Freunden aus Hamburg, die mit dem Taxi in die Marina gebracht wurden, in den Lemmon Cays an.

In der Inselwelt der Kunas hat sich seit 2012 nicht viel verändert. Neu ist allerdings, dass man seit November kein Zarpe ( Fahrtgenehmigung) mehr innerhalb Panamas benötigt. Also von Portobelo einfach nach Porvenir auslaufen kann, ohne die jeweiligen Hafenkapitäne aufsuchen zu müssen. Dies macht das Segeln in den Gewässern Panamas auf jeden Fall einfacher und billiger. Mit den Einklarierungskosten ist Panama sowieso im karibischen Raum am teuersten. Für eine 46 Fuß Yacht und 2 Personen Crew bezahlt man mindestens 403 US $. Man bekommt dafür aber immerhin die Erlaubnis 12 Monate im Land zu bleiben.

Da nur ein kleiner Teil der San Blas Inseln bewohnt ist, ankern wir weitestgehend abseits jeder Zivilisation vor unbewohnten Inseln und genießen die Freiheit, meist die Insel für uns allein zu haben. Somit kann auch Othello an "Land" - die Inseln sind meist so klein, dass von Land kaum die Rede sein kann - schalten und walten und markieren, ohne andere zu belästigen. Nachdem wir mittlerweile Inseln betreten haben, die laut Seekarten keinen Namen haben, nennen wir sie nun Othidup, die sollen ja nicht namenlos bleiben.

Der Sprung ins warme und türkise Wasser lässt nicht lange auf sich warten, teils mit oder auch ohne Schnorchelausrüstung.

Anne und Dorthe vor Dog Island

Vor Dog Island (Achudup in der Kuna Sprache) ankern wir 100m von einem Wrack entfernt, dass im Lauf der Zeit zum Tummelplatz von allerhand bunten Rifffischen und somit ein schöner Schnorchelspot geworden ist. In den Holandes Cays trafen wir beim Schnorcheln auf einen kamerasüchtigen Rochen, der etwa zwanzig Minuten vor der GoPro gepost hat, bis es ihm zu langweilig wurde und er davon schwebte.

Von Zeit zu Zeit kamen am Ankerplatz auch immer mal wieder Mola-Verkäufer in ihren Ulus angepaddelt und wollten uns ihre feinen Handarbeiten verkaufen. Zwei Molas haben wir nun an Bord, jeweils eine von den Master Mola Makers Venancio und Lisa.

Venancio an Bord von Sagitta

Alle weiteren Verkäufer gehen leer aus, so auch Morales, eine Kuna, die ungefragt aufs Schiff stieg, uns ihre weniger schönen und verblichenen Arbeiten zeigte und keine Anstalten machte, Sagitta jemals wieder freiwillig zu verlassen. Fisch und Gemüse wird auch von den paddelnden Geschäftsleuten verkauft und wenn man Glück hat kommt auch mal ein Tauschhandel Ware gegen Ware zustande (Fischerleine, Angelhaken, Zigaretten) aber in der Regel heißt es Ware gegen Dollar.

Über Weihnachten, jetzt mit unseren Freunden Torsten und Silke an Bord, ankerten wir vor Waisaladup und haben uns die Tage mit allerhand Faulenzertricks vertrieben.

In der Hängematte zwischen den Palmen, mit Weihnachtsplüschmütze am Sandstrand oder auch mal mit Buch in der Hand. Als alle von unseren europäischen Mamas selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen verputzt waren, sind wir auch mal vom Schiff zur Insel geschwommen, um den Schweinehund zu bezwingen. Da Othi keinen Hund, der Schwein heißt kennt, schwamm er nicht mit und ließ sich schön mit dem Dinghy zweimal täglich auf die Insel fahren.

Auf den bewohnten Inseln sieht die Welt schon ein bißchen anders aus. Es gibt gemauerte Häuser und Hütten, Schulen und auch schon mal eine Krankenstation, Satellitenschüsseln auf den Dächern und Smartphones in den Händen. In Rio Azucar haben wir am Dock angelegt um Wasser zu bunkern, es war mit 15 US Dollar für das Wasser und 5 US Dollar zum Anlegen das teuerste Wasser bunkern seit geraumer Zeit.

Die Insel verfügt über eine Wasserleitung zum Festland, die sicher auch Geld beim Bau gekostet hat, allerdings wird auf dieser Insel auch eine Gebühr von 2 US Dollar pro Person erhoben, wenn man über die Insel gehen möchte. Am Geschäftssinn mangelt es jedenfalls nicht. Im namengebenden Fluss begegneten wir einem 4 Meter langem Krokodil, das sich durch uns beim Sonnenbaden gestört fühlte und mit weit aufgerissenem Maul von seiner Sandbank ins Wasser und in unserer Richtung abtauchte. Daraufhin mußte unser 15 PS Außenborder mal zeigen, was er so hergibt. Krokos können nämlich bis zu 30 km/h unter Wasser schnell sein. Die 2 Seemeilen entfernte Insel Nargana darf gebührenfrei betreten werden, hier kaufen wir immer mal wieder Obst, Gemüse und Hühnerfleisch ein. Die Waren werden überwiegend aus Kolumbien und meistens mittwochs angeliefert. In Nargana ist das Angebot an Frischware mit am Besten.

In Rio Tigre hatten wir Glück bei unserem Landgang Ramiro kennen zu lernen, der sehr gutes Englisch spricht.

Torsten und Ramiro

Der 80jährige hat uns seine Insel gezeigt von der Gemeinschaftsküche wo wir Speisen und Getränke probieren durften über die Krankenstation und die Hütte, wo der Saila (Oberhaupt des Dorfes) abends zum Congreso-Treffen in seiner Hängematte schaukelt.

Wir haben den knapp hundertjährigen, blinden Großvater die Hand geschüttelt und durften erstaunlich viel fotografieren.

Mit geschenkten Bananen und gekaufter Brotfrucht sind wir voller neuer Eindrücke zurück zu Sagitta. Leider konnten wir die Einladung, über Silvester zu bleiben, nicht annehmen, haben aber versprochen wieder zu kommen und Abzüge von den Fotos mitzubringen.