Isla Providencia - Kolumbien 2014

Isla Providencia – Kolumbien 2014

Nach anstrengenden 68 Stunden in denen wir 350 Seemeilen zurücklegten, erreichten wir im Morgengrauen die Einfahrtsbojen zum Hafen von Isabel, den Hauptort der Insel Providencia. Es lagen nur 2 Segler vor Anker an der südwestlichen Seite der kleinen Insel Catalina. Dieser Platz kristallisierte sich als Hauptankerplatz heraus. Tags darauf kamen weitere 4 Segler, die sich neben uns ankerten. Darunter auch der österreichische Katamaran VIVEKA, mit Ulrike, Heinz und Sohn Florian. Wir sahen uns zuletzt in Cienfuegos - Kuba.

Einklarieren erfolgt hier ausnahmslos über Herrn Bush. Er verlangt aktuell 90 US$ für seine Dienste und 30 US$ pro Person für ein Touristenvisa, das es nur auf dieser Insel gibt. Am Festland Kolumbiens und auf San Andres gibt es diese Gebühr nicht. Sie wird laut Mr. Bush dafür verwendet, die Insel sauber zu halten. Ein teurer Spaß!

Mit dem 125ccm Motorroller erkundeten wir in 2 Stunden die Insel. Erika`s Supermarkt verleiht diese um 30 000 Kolumbianische Pesos für 2 h, rund 15 US$. Auf Grand Cayman gab es diese für 60 US$, ob für 1 Stunde oder den ganzen Tag spielte dabei keine Rolle. In diesen 2 Stunden rundeten wir die Insel im und gegen den Uhrzeigersinn. Wir statten einigen Stränden einen Besuch ab, bewunderten die Blauschattierungen rund um das Außenriff im Südosten der Insel und fuhren am kleinen Flughafen vorbei bevor wir nach 2 Stunden den Roller wieder zurück brachten.

Es gibt eine einzige Tankstelle auf der Insel. Unweit davon befindet sich auch die Propangasfüllstation. 20 Pfund kosten 15 US $. Einige kleine Supermärkte ermöglichen es, die Bordvorräte wieder aufzufüllen. Wasser in Kanistern kann man bei Mr. Bush füllen lassen, allerdings muss man diese auf eigene Faust etwa 500m zum Dinghy transportieren. Ein Internetcafe gegenüber des Dinghydocks ermöglicht es mit der Welt in Verbindung zu bleiben. Langsam, aber günstig mit knapp 1,25 US$ für die Stunde. Kein WiFi.

Es gibt ein kleines Hospital, ein Touristenbüro etwas außerhalb, eine Handvoll kleine Hotels, die über die Insel verteilt sind. An 2 Bankomaten kann man Kolumbianische Pesos auch mit Bankomatkarte abheben. An Restaurants wird leider gar nichts geboten. Lucy, direkt am Wasser neben den Fischerbooten (2 Personen, 2 Bier, Huhn mit Reis und Salat total 15 US$) aber nur Qualitätsstufe: „ Geht gerade“. Eine Pizzeria in der Nähe von Bush Agency. Die Pizza sollte man nicht bestellen, da sie leider sehr zäh sind, dafür aber unbedingt die frisch zubereiteten Säfte.

Othello darf auf dieser Insel uneingeschränkt an Land. Direkt vor uns, ist ein kleiner Sandstrand, an dem wir unser Beiboot anlanden und den Weg am Ufer entlang zu Morgans Head hinauswandern.

Es gibt unzählige Mangobäume, die ihrer Last oftmals müde sind. Dementsprechend muss man sich nur bücken, um die Früchte aufzuklauben. Leider sind diese sehr faserig. Lambrini presst aber das Fruchtfleisch durch ein feines Sieb, dies ergibt dann hervorragendes Mangomus ohne Fasern. Sehr gut im Müsli oder auch alleine mit etwas Naturjoghurt gemischt.

Wir lernten den Amerikaner Dan und seine polnische Freundin Eva kennen, die seit einigen Tagen mit ihrer Ketsch neben uns ankern. Sie kamen mit dem Schiff, das sie in Malta kauften, erst im März in der Karibik an. In der Hafenkneipe mit Flachbildschirm TV verfolgen wir gemeinsam die Fußball WM in Brasilien. Als Kolumbien gegen Brasilien spielte, fieberten wir mit den Einheimischen mit. Zwischendurch fanden wir auch Zeit für die eine oder andere Billardrunde. Als dann Deutschland gegen Brasilien mit 7:1 gewann, waren alle Kolumbianer natürlich auf deutscher Seite, nach dem Ihre Mannschaft ja zuvor gegen Brasilien unglücklich verlor. Beim Finale drückten dann Österreich, Griechenland, USA, Polen, Frankreich und Kolumbien alle vereint für Deutschland. Die Völkerverbindenden Daumen zeigten ja auch Wirkung.

Dan und Eva luden uns zu sich an Bord ein. Sie hatten noch viele Leckereien aus Europa aufzutischen. Iberischer Schinken, Oliven von den Kanaren, Schweizer Schokolade, Käse aus Spanien, Wein aus Sardinien und Weizenbier aus Deutschland. Das war fast wie Weihnachten. Ein schöner Abend.

Am nächsten Tag waren dann wir dran. Lambrini servierte Ihre weltbekannte Lasagne, dazu einen sehr begehrten, grünen Salat mit Sesam und guten Rotwein, fertig war das Dinner an Bord von Sagitta. So vergingen die Tage. Schlussendlich waren es dann 18, die wir auf der kleinen Insel verbrachten. Mr. Bush erledigte das Ausklarieren, dies war in seinem Preis bereits enthalten. Nächstes Ziel Nicaragua – Little Corn Islands, 100 Seemeilen südwestlich.