Grand Cayman 2014

GRAND CAYMAN 2014

In Cayo Largo, Kuba, lernen wir Douglas auf seiner 42 Fuss Yacht namens Gillean kennen, der gerade von den Cayman Islands kann. Das traf sich sehr gut, zumal er uns viele Infos über unser nächstes Ziel Grand Cayman geben konnte. Gegen 12h legen wir ab und ca. 20 Stunden später machen wir an einer der roten Bojen vor George Town in Grand Cayman fest. Dafür, dass es der Hauptort ist, beeindruckt das Wasser mit seiner Klarheit und den Farben.

Wir funken über Kanal 16, dass wir angekommen sind und einklarieren möchten und werden von einer Dame freundlich aufgefordert zu warten, bis das Kreuzfahrtschiff neben uns fertig klariert ist. Eine Stunde später werden wir zum Dock gerufen. Wir machen dort fest, trotzdem findet der gesamte Papierkram an Land statt. Lediglich ein nervöser und ungezogener Schnüffelhund wird von seinem Führer aufs Schiff getragen (ängstlich ist er auch noch der Arme) und er beschnüffelt das Deck. Naja, das hat‘s sicher gebracht. Immerhin ist das Ein- und Ausklarieren kostenlos und alle Beamten sind extrem freundlich. Danach gehen wir zurück an unsere Boje und ruhen uns mal von der Nachtfahrt aus.

Jeder Blick aufs türkise Wasser ruft nach Schnorcheln, ums Schiff herum schwimmen reichlich Fische, auf dem Grund sehen wir jede Menge Korallen und mit dem Dinghy auf dem Weg an Land sehen wir zahlreiche Tarpone von ca. 1m. Wir versorgen uns mit dem Nötigsten in 2 min. Gehweite bei Kirks Food Market. Dieser Supermarkt ist nicht nur für karibische Verhältnisse sehr gut ausgestattet, hat allerdings das Preisniveau eines hochpreisigen Feinkosthändlers in Düsseldorf. Unser erster Ausflug Richtung Gastronomie hat 28 Dollar US für 3 Pints(1 US Pint=0,473 ml)betragen.

Natürlich lassen wir uns auch hier die Fussball WM nicht entgehen und schauen uns mit Amerikanern das Spiel USA-Deutschland an. Wir trinken 2 Bier und 2 Cola und zahlen ca. 19 Dollar US. Der Roller soll 60 Dollar US kosten, egal ob für 1 Stunde oder den ganzen Tag, wir lehnen dankend ab! Überraschenderweise ist nicht alles teuer in George Town. Zum Waschen und Trocknen im Waschsalon zahlen wir für knapp 8 kg Wäsche 5 Cayman Dollar, das sind 6 Dollar US. Auch Kirks Hardwarestore ist sehr gut ausgestattet und gar nicht mal teuer. Wir gönnen uns zwecks Internetzugangs ein Burgerking-Menü(würg) und teilen uns nach spärlichem Netzzugang in Kuba der Aussenwelt mit.

Beim Schnorcheln sehen wir unter anderen einen ca. 80cm Napoleonfisch, Tarpone und Barakudas. Wir beschließen, die Stingray-City im North Sound von Grand Cayman zu besuchen. Dort wurden Rochen mit Fischinnereien über Jahre von Fischern zahm gefüttert und sind daher sehr zutraulich. Wir fahren mit Sagitta um die gesamte Westküste und durch den Main Channel in den North Sound. Am Ankerplatz ist das Wasser recht trüb und wir entscheiden uns, auf die Rochen zu verzichten und an den vielen Tauchbojen vorbei unseren ursprünglichen Platz vor George Town aufzusuchen.

Am sechsten Tag gehen wir für den nächsten Morgen Ausklarieren und werden anschließend gebeten, zum Zeitpunkt unserer Abreise über Funk unser Ablegen zu melden. Wir kaufen für unsere Überfahrt nach Providencia ein und ich beginne vor zu kochen. Am Abend sehen wir ein Schiff unter Segeln langsam auf eine der Bojen zufahren. Es ist die Gillean von Douglas, er hat Probleme mit der Dieselzufuhr und kommt gerade aus Cienfuegos in Kuba. Da er als US-Bürger in Kuba kein Geld am Automaten ziehen kann, hat er Kuba somit früher verlassen, als er geplant hatte. Nach einer Woche auf Grand Cayman legen wir ab und funken wie gewünscht den Zoll an. Der freundliche Herr bedankt sich für unseren Funkspruch und den Besuch der Insel und wünscht uns eine angenehme Weiterreise. Kommt auch nicht so oft vor.

Unser Fazit ist: Grand Cayman ist ein Traum, was die Unterwasserwelt angeht. Die Behörden handeln das Klarieren sehr angenehm, obwohl Segler dort eher selten hinkommen, zudem sind die Beamten überaus freundlich im Umgang. Den Weg in die Stingray City hätten wir uns sparen können, es werden Ausflüge von Ortsansässigen mit Speedbooten dorthin angeboten, das wäre die Alternative. Die Preise in Gastronomie und Supermärkten sind schon sehr hoch, wenn man allerdings gegenrechnet, dass weder Clearence noch die Boje etwas kostet, relativiert sich der Preis. Wenn man bereit ist, die Kreuzfahrtschiffe zu übersehen, die täglich ankommen und Massen an Menschen ausspucken, ist Grand Cayman einen Zwischenstopp wert.