Jamaica 2014

Jamaica im April 2014

Nachdem wir in Port Antonio mit drei Personen (Immigration, Customs und Health Officer) in  vier Stunden das Einklarieren am heißen Marinasteg überstanden haben, legten wir ab und ankerten den ersten Tag  vor der Marina für 14 $US. Im Preis inbegriffen ist die Benutzung der Duschen, WC`s, Waschmaschinen und des Pools. Gegenüber der Marina liegt eine kleine Insel, auf der Erol Flynn sein Haus hatte. Abends ging es hinaus in den Ort auf einen kleinen, sehr leckeren Snack. Leider hat sich der Kellner bei der Rechnung um etwa 30% zu seinen Gunsten „verrechnet“, aber nach einer kurzen Argumentation wurde der Preis angepasst.

Am nächsten Tag sind wir zum Markt unweit der Marina gelaufen. Eine Fülle und Vielfalt an Obst, Gemüse, Fleisch und Kunsthandwerk wird auf einem großen Gelände feilgeboten. Wir decken uns mit frischen Lebensmitteln ein und kaufen auch je ein Jamaica-T-Shirt. Der Ort hat diverse Supermärkte, Banken und auch alles Andere um sich zu versorgen.  Am späten Abend holt uns der Rasta Clive aus dem Bett. Er ist ziemlich stoned und versucht vergebens Geschäfte mit uns zu machen. Mittags verlassen wir Port Antonio und gehen weiter nach Westen.

Wir übernachten in Port Maria hinter dem Inselchen und verbringen eine unruhige Nacht bei starkem Schwell. Beim ersten Tageslicht manövrieren wir uns durch die ganzen Fischebojen aus der Bucht und gehen weiter nach St. Ann Bay.
Wir ankern hinter dem Riff sehr geschützt. Ein langer Othello-Strand ist in der Nähe, ebenso einige Fischerboote. In Strandnähe schreitet eine Herde Pferde mit Touristen auf dem Rücken durchs Wasser.

Ein Polizeiboot mit drei sehr freundlichen Beamten kommt am Nachmittag zu uns und prüft die Papiere eher nebenbei, wir hatten vielmehr den Eindruck, dass sie mal mit jemandem schwatzen wollten.

Am nächsten Tag treibt ein in der Nähe ausgebrachtes Fischernetz ab und verfängt sich am Schiff. Erwin taucht ab und befreit es. Der Ort selbst ist gegen 17h erstaunlich belebt, Kinder in Schuluniformen strömen aus Schulbussen, der Obst- und Gemüsemarkt ist noch gut besucht und der Supermarkt ist auch brauchbar und ich entdecke den Spice Bun für mich, eine Art „Lebkuchenbrot“. Außer uns gibt es keine Weißen auf den Straßen. Wir essen im Strandrestaurant von dem aus wir Sagitta am Ankerplatz sehen sehr gut zu Abend und verlassen nach drei Tagen St. Anne Bay Richtung Montego Bay.

In Montego Bay ankern wir vor Pier 1 und treffen dort die Rafiki, die niederländische Ketch von Loud und Marlene, die Erwin in den Kapverden vor 2 Jahren kennen gelernt hatte.

Wir verbringen den ersten Abend mit den Beiden und ihrem Gastgeschenk (Havanna Club Rum). Sie kamen aus Kuba und somit lauschten wir deren Erfahrungen, da wir ja auch nach Kuba gehen werden. Am nächsten Tag geht’s in den Ort um frische Lebensmittel zu kaufen. Einen wirklichen Markt gibt es nicht, eher viele verteilte Stände. Der Ort ist laut, stressig und für uns nur zur Versorgung einen Besuch wert. Erwin spielt mit Marlene endlich wieder einmal Tennis auf dem Marina-Gelände und ich kann Loud zum Laufen motivieren.

Wir grillen an Bord der Rafiki und machen eine Tour mit Bussen und Route-Taxis zu viert ins Landesinnere. Teilweise sind die Schlaglöcher in den Bergstraßen so tief, dass ich mir berechtigte Sorgen mache, das Fahrzeug könne liegenbleiben.
Nach ein Paar Tagen gehen wir weiter nach Süden und ankern in Negril. Endlich können wir wieder schnorcheln. Wir sehen einige kleine Rochen, eine Wasserschlange, die üblichen verdächtigen Kleinfische in einer abwechslungsreichen Korallenlandschaft. Wir verlegen uns mit Sagitta vor die German Bar und gehen an Land.

Zwei freundliche Fischer passen aufs Dinghy auf und wir schlendern 10 min. vorbei an kleinen Lokalen und schönen Häusern zum Supermarkt. Zu den Basics kommt noch ein Spice Bun dazu! Im Markt warten wir den Wolkenbruch ab und gehen im Regen zurück zum Dinghy. Die Fischer freuen sich auf eine Belohnung fürs Dinghyaufpassen und erhöhen ihre Belohnung vom Supermarktpreis auf den Barpreis eines Bieres. Na gut! Wir verlassen nach zwei Tagen Negril und gehen wieder nach Montego Bay.

Hier bereiten wir uns vor für Kuba. In fußläufiger Entfernung gibt es keinen Supermarkt und die Frau von der Marinawäscherei tut alles dafür, dass wir nicht dort waschen. Also fahren wir mit Brandon, dem Taxifahrer, und unseren 14 kg Wäsche in ein kleines Gewerbegebiet mit Banken, Burgerking, Wäscherei und Supermarkt. Wir benutzen die 16kg-Waschmaschine für 10 US Dollar, ein sehr günstiger Preis. Das Trocknen hätte uns zusätzlich ca. 20 Dollar gekostet, wir lehnen dankend ab! Nach dem Einkauf fährt Brandon uns in die Marina. 20 US Dollar verlangt er für diese Tour.

Wir bunkern Wasser und Kraftstoff und an den Marktständen der Stadt versorgen wir uns noch mit Obst und Gemüse für die nächsten Tage. Wir verabschieden uns mit aller Bürokratie von Jamaicas Behörden und brechen tags darauf Richtung Cuba auf. Das Besondere an Jamaica waren für mich die Menschen mit ihrer Freundlichkeit, die sehr kontaktfreudig auf uns zugegangen sind und dabei nicht immer etwas verkaufen wollten.

Fotos folgen noch.