Dominikanische Rep. - Haiti Ile a Vache - Jamaica 2014

Nachdem wir in Casa de Campo den Anker gelichtet haben, ging es zurück westwärts nach Boca Chica in die Marina. Am nahgelegenen Flughafen von Santo Domingo haben wir uns einen Leihwagen genommen und sind am nächsten Tag gleich nach Santo Domingo gefahren.

Auf Columbus Spuren wanderten wir durch die staubige Großbaustelle der Altstadt, wo vielerorts neue Plastersteine verlegt werden. Denkmäler und Kirchen gibt es in Hülle und Fülle, ebenso wie bemühte Geschäftsleute, die uns von der Taxifahrt bis zum Schmuck allerhand verkaufen wollen, aber aussergewöhnlich freundlich dabei sind.

Nachdem Eva, Thomas und Tim abgereist sind, waschen wir unsere Wäsche in der Marina und machen das Schiff startklar. Der Papierkram wird zum Preis von 50US $ erledigt (andererorts gelten andere Preise), wir erhalten das internationale Despacho nach Jamaica, und legen gegen 15h ab. Am Ausgang des Kanals sehen wir über uns die Condor-Maschine, die einige Minuten vorher mit unseren Dreien an Bord in Santo Domingo gestartet war.

Von Boca Chica sind wir dann eine Nachtfahrt weiter in Bahia la Aguilas angekommen, eine einsame Bucht mit langem, weißen Sandstrand und Türkis- und Blautönen wie aus dem Bilderbuch.

Wir ankern auf Korallengrund im klaren Wasser und drehen erstmal die obligatorische Gassirunde mit Othello. Das Schnorcheln haben wir direkt vom Schiff weg gestartet. Es gab Rochen, Lionfish, Schildkröten und allerhand "Kleinfischerl". Ausser uns lag nur ein weiteres Schiff dort und am Strand keine Menschenseele! Danach haben wir dann mal eine Nacht durchgeschlafen und sind am nächsten Mittag los Richtung Haiti, zur Ile a Vache.

Diese kleine Insel im Süden von Haiti ist der Hauptankerplatz für Yachten, der Rest des Landes wird eher gemieden aus Gründen der extremen Armut, Kriminalität und Gefahr für die Gesundheit. Allerdings haben wir auf Ile a Vache den Markt im Ort Madame Bernard besucht, wo zwischen Matsche, Eseln, Ziegenkot und Ziegen, Strassenhunden und sämtlichem Müll und Gestank Frauen mit kleinen Babys auf dem Arm auf ausgebreiteten Planen eine Hand voll Gemüse verkaufen.

Das stimmt nachdenklich, wenn man bedenkt, dass es dem Rest des Landes nach zahlreichen Naturkatastrophen noch schlechter geht...

Im selben Ort ist auch ein Waisenheim, das in den 70er Jahren von einer kanadischen Nonne gegründet wurde. Regelmässig bringen Segler kleine Hilfspakete dorthin, also haben wir auch unseren Antrittsbesuch bei Schweser Flora getätigt und von uns und anderen Seglern gesammelte Kleidung, Schulsachen und Lebensmittel dort abgegeben. Bis zu 400 Kinder, nicht behinderte und behinderte, vom Säugling bis zum Jugendlichen verbringen dort ihre Jahre.

Leider haben die Immigration-Officers genau an unserem Ankunftstag eine ihrer seltenen Touren nach Ile a Vache unternommen, das bedeutete für uns 20 US $ pro Person und später noch 5 US $ für die Müllentsorgung. Gratis dazu gab es den Passstemel, den nachfolgende Länder in der Regel nicht gerne sehen. Zumindest in der Bucht wo wir ankerten, gibt es eine Sammelstelle für den Müll, der in gewissen Abständen verbrannt wird. Im Ort Madame Bernard wird Müll fallen und für immer liegen gelassen, das sieht und riecht man sehr deutlich, leider!

Am nächsten Tag haben wir den um Arbeit bittenden Jungs Jobs, das Schiff zu putzen, angeboten. Der Rumpf wurde so lala gereinigt, der Edelstahl ganz gut poliert und einige Dollar wechselten die Besitzer. Die Schule muss bezahlt werden, schon die Kleinsten jobben und viele sprechen erstaunlich gutes, privat gelehrtes Englisch. Wir tauschen eine Tauchmaske gegen vier kleine Langusten und eine nicht verwendete Leine für eine große. Der Captain kocht Lobster-Spaghetti, während ich meine unzähligen Mückenstiche versorge. Eine Nacht wird nochmal durchgeschlafen (die Mücken-Kill-Unterbrechungen nicht mitgezählt) und wir brechen mit dem ersten Tageslicht nach Jamaica auf.

Eine weitere Nachtfahrt später erreichen wir Port Antonio im Nordosten der Insel. Die jamaicanischen Behörden waren ob der Stempel im Pass wider Erwartens sehr entspannt. Während der 4stündigen Prozedur des kostenlosen Einklarierens kommt der Rasta Clive auf seinem Bambusfloß an und verkauft uns Obst, seine Traumpreise haben wir vor Bezahlung runterkorrigiert. Ein weiterer Versuch von ihm zu Schlafensstunde mit uns Geschäfte zu machen ist ihm nicht geglückt. In Port Antonio auf dem Markt haben wir uns mit Gemüse, Obst und Fleisch für die nächsten Tage versorgt. Ein riesiges Angebot im Vergleich zur Ile a Vache.