Dominikanische Republik 2014

Dominikanische Republik 2014

Nach 74 Stunden von St. Martin kommend, erreichten wir in den frühen Morgenstunden unseren ersten Ankerplatz bei der Insel Saona. Die Küstenlinie war geschmückt mit Palmenwäldern.

Othello konnte endlich wieder an Land und genoß es möglichst viele Palmen als die "seinen" zu markieren. Mittlerweile hat er ja schon weltweit ein riesiges Gebiet friedlich annekdiert.
Nach ein paar Minuten an Land hatten wir dann auch schon Kontakt mit der Bürokratie. Ein Marina Guerra Officer (Küstenwache) kam auf seinem Moped um nach dem woher und wohin zu fragen.

Nein, wir können die kommende Nacht nicht hier bleiben und müssen zur Immigration einklarieren. Ja, wissen wir, aber man kann`s doch mal versuchen. War aber sehr nett und entspannt. Das kennen wir auch schon mal anders.
Unter Segel weiter nach Bayahibe, wo auch die Ausflugskats wieder zurück müssen, die gegen Mittag im Minutentakt hier eintreffen. Dort ist es sehr rollig, wir bleiben aber trotzdem eine Nacht, da wir doch einiges an Schlaf nachzuholen haben. Zum einklarieren haben wir aber noch keine Lust. Frühmorgens des nächsten Tages motoren wir dann zur Marina Casa de Campo, wo wir vom Marinadinghy zum Treibstoffdock geleitet werden.

Die Behörden werden für uns organisiert und nach 2 Stunden treffen 7 Beamte teils in Uniform, teils in Zivil bei uns an Bord ein. Im Cockpit sitzend werden in freundlicher Atmosphäre die Papier ausgefüllt, 103 US $ an Gebühren bezahlt, 2 Flaschen Wodka und 2 Schachteln Marlboro wechseln die Seite. Eine dritte Flasche Wodka wird dann von mir als ungesund abgelehnt. Man soll`s ja nicht übertreiben.

In der Marina Zar Par würde diese Prozedur 180 US $ kosten. Vor einem Jahr wollten sie dort nur 100 US $. Die Inflation soll ja ganz böse wuchern. Also besser einklarieren in Casa de Campo. Neben der Marina kann man kostenfrei ankern und die Marinaeinrichtungen umsonst mitbenützen.

Die Insel Catalina ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel und auch Kreuzfahrtschiffdestination. Wir ankern abseits von 4 Ausflugskatamaren auf der Ostseite der Insel. Othello kann nach Herzenslust den Strand auf und ab laufen, muß dabei zwar ein bißchen dem Müll ausweichen, der leider etwas das Paradies trübt.

Da wir dann am Nachmittag genug vom Geschaukel haben, schauen wir mal auf die andere Seite, wo auch die Costa Magica, ein Kreuzfahrer liegt. Schöner Strand, wahrscheinlich kein Müll, dafür unfassbare, nicht gezählte 1000 Leute in Liegestühlen die auf "Ihr Schiff" blicken. Kreuzfahrer und auch Charterflieger, wie wäre die Welt wohl ohne diese Errungenschaften der "Zivilisation"?

Die Nacht wollen wir dann im Cumayasa River verbringen. Bei der Einfahrt wie empfohlen auf der linken Seite gehalten, erreichen wir den Ankerplatz direkt vor der Marina Guerra Station.
Mit der Crew des britischen Nachbarschiffes "Running Tide" unternehmen wir eine Flußtour mit unserem Dinghy. Gesäumt von gepflegten Häusern der eindeutig reicheren Bevölkerungsschicht fahren wir ca. 2 km hinauf. Sehr ruhig hier. Keine Ansiedelung, keine Restaurants oder Bars. Mangrovengesäumt aber überraschenderweise ohne Moskitos.

Um 21:00 klopft es an unserer Bordwand, ein Beamter in Zivil der Marina Guerra, die tagsüber nicht zu erreichen war, will unser Despacho (Fahrerlaubnis) sehen. Oh, großes Problem. Unser Despacho ist für Boca Chica und hier ist Cumayasa! 1 Schachtel Marlboro und 5 US$ wechseln den Besitzer, wir machen einen Termin für nächsten Morgen aus und bekommen dort ein neues Despacho von Cumayasa nach Boca Chica kostenfrei. Problem gelöst.

Die Einfahrt in die Marina Zar Par bei Boca Chica kenne ich ja schon aus dem Vorjahr. Nach der letzten Boje werden wir schon vom Marinaboot geleitet. Rigo, der Dockmaster geleitet uns zur Festmacherboje vor der Marina. Diesmal sind um einiges mehr Schiffe hier als 2013. Für die Nacht verlangt die Marina 19 US$ an der Boje, 55 US$ für Sagitta am Dock. Geschützt hinter einem Riff befindet sich die Badewanne die am Wochenende von den Haupstädtern bevölkert wird.

Der Einkauf im 10 MInuten entfernten OLE Supermarkt wird durch den Gratisshuttle der Marina um 10 Uhr erleichtert. Endlich einmal Preise die man als günstig bezeichnen kann. Auswahl
wie daheim. Nach einem Mindesteinkauf pro Person von 2000 Pesos (zwecks gratis Rücktransport) bringt uns dann der Supermarkt Van wieder in die Marina.

In der Marina gibt es 3 Waschmaschinen und 2 Trockner. Die 20 kg Maschine kostet 4 US$. Sehr günstig also. Othello findet vor der Marina ein brauchbares Gassiplätzchen sowie viele, überraschend entspannte Straßenhunde.

Als Eva, Thomas und Tim aus Wien mit Condor in Santo Domingo ankamen, mußte ich sie ja in der Crewliste eintragen lassen. Das Büro der Immigration befindet sich in der Marina.

Am Morgen der Abfahrt aus der Marina stellt sich heraus, dass wir für`s Despacho noch ans Tankpier anlegen müssen und ein Beamter der Marina Guerra uns einen Besuch abstattet. Dieser stellt fest, dass die Immigrationsofficer zwar die 3 auf einem Zettel eintrugen, allerdings müssen alle 5 auf einer Liste stehen. Dabei sah ich mir den Ausdruck genauer an. Lambrini ist zur Österreicherin geworden. Ich wurde überhaupt zu Erwin Österreicher ernannt und komme aus Australien. Unfassbar, aber wie vieles in diesem Land nicht wirklich ein Problem.

Der in voller Tarnuniform erschienene Beamte der Marina Guerra kommt nach 10 Minuten wieder mit dem Despacho, diesmal ordnungsgemäß ausgefüllt. Dafür bekommt er die hier obligatorischen 5 US$ und wollte uns auch noch beim Ablegen behilflich sein. Ein bissl umständlich halt, aber immer freundlich diese Beamten der Dominikanischen Republik. Rigo, der freundliche Dockmaster mit dem wir immer unseren Weißwein teilen, war auch dabei sehr behilflich.

Abends vor der Insel Catalina vor Anker liegend, fanden wir einen Weg mit dem Dinghy durch die vorgelagerten Riffe und Tim konnte endlich seine Sandwerkzeuge im karibischen Sand ausprobieren. Ein sehr schöner Platz, der vor allem wenn  kein Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt, sehr viel Ruhe ausstrahlt. Dieses Glück hatten wir diesmal.

Leider war dann die Nacht ziemlich durchschaukelt, wir sind es ja gewöhnt, aber Eva und Thomas konnten leider nur sehr wenig Schlaf finden. Tim dagegen war es in dieser Nacht egal.

Am nächsten Tag motorten wir dann zum Ankerplatz bei der Marina Casa de Campo. Neben uns noch 2 andere Segler. Die Marina hat zwar genug Plätze frei, aber diese werden aus uns
nicht bekannten Gründen nicht für Tageslieger vermietet. Spielt keine Rolle. Wir liegen auch hier sehr ruhig und können alle Einrichtungen wie Dinghydock oder Toiletten gratis nutzen.

Abendessen an der Restaurantmeile beim Asiaten hätten wir uns besser gschenkt. Teuer und schlecht, aber wie alles hier auf nobel getrimmt. Presidente Bier 0,33 z. Bsp.  um 6 US$. 

Thomas entdeckte in einer Boutique eine Badeshort um 230 US$. Eine Cafeteria verkauft Nespresso Kapseln das Stück um 1 US$. Das Traumziel von Nestle ist hier bereits erreicht!