Kolumbien - Tagestour Cartagena

Tagestour nach Cartagena


Da es uns mit den Hunden nicht möglich war, zu normalen Preisen nach Cartagena zu kommen, beschlossen wir, dass ich die Stadt alleine erkunde.

Dino, unser freundlicher Agent hat den Transfer im Minivan organisiert. 50 € für die insgesamt 9 Stunden von Santa Marta. Die Anreise zeigte mir auch die bitterböse Armut, die am Rande der Städte herrscht. Menschen in Holzverschlägen am Rande des Sumpfgebietes. Chaotischer Verkehr in Baranquilla, wo ich den Wagen wechselte und wir eine Stunde verbrachten um weitere Mitfahrer nach Cartagena direkt von Ihrer Haustüre abzuholen. Es ist auch keine gute Idee hier selber zu fahren, Leihwagen über 100 US pro Tag, kaum Richtungswegweiser auf der Straße, manchmal Polizeikontrollen, die aber seriös ablaufen.

Ich habe mir einen der heißesten Tage ausgesucht, die Stadt Cartagena de Ingles brodelte bereits um 11 Uhr vormittags.
Die Altstadt ist komplett durch eine Stadtmauer umgeben, die Gassen und Plätzen sehr gepflegt. Es gibt nur vereinzelt ausländische Touristen.
Der Ankerplatz und die Marina sind in Reichweite. Vor Anker dort liegen in etwa 30 Schiffe, Santa Marta ist offenbar noch ein Geheimtipp und Cartagena bei den Blauwasserseglern immer noch hoch im Kurs.

Die Häuser mit ihren Blumengeschmückten Balkonen erinnern auch etwas an Sevilla am spanischen Festland. Ich kehrte mehrmals ein um wieder auf normale Temperatur zu kommen. Im Bistro eines Deutschen esse ich ausgezeichnet und günstig zu Mittag. Er verkauft auch deutsches Brot. Da nehme ich doch glatt ein Leinsamen mit. Ein seltener Luxus, Brot das unseren Geschmack trifft. Um 2 €.

Ankerplatz bei Cartagena

Die Einwohner sind freundlich, hilfsbereit, überhaupt nicht aufdringlich, ebenso wie in Santa Marta. Wir fühlen uns in Kolumbien überhaupt sehr wohl, auch was die Sicherheitslage betrifft. So ist es auch kein Thema mit meiner Kamera durch die Armutsviertel zu laufen. Ich bekam dort zwar auch einmal ein Drogenangebot, aber selbst das war unaufdringlich. In Venezuela war ich in Städten nie mit der Kamera unterwegs.
Bei der Heimfahrt im Dunklen sah man in vielen dieser Elendsquartiere Weihnachtsbeleuchtung und sogar geschmückte Christbäume.
Weihnachtssehnsucht und vielleicht hoffen auf bessere Zeiten.

Einer von vielen Straßenverkaufsläden

Für mich war Cartagena die mühsame Anreise wert, man kann aber, vor allem, wenn man schon einige Städte in Spanien gesehen hat, auch ohne auskommen. Santa Marta hat eben auch seinen Charme.