Curacao nach Kolumbien

 

Von Curacao nach Kolumbien

November 2012


Nach einiger Zeit in der Heimat ging es endlich wieder los. Airberlin brachte uns in 10 Stunden Nonstop von Düsseldorf nach Curacao. Wieder einmal mit ausgereiztem Gepäcksvolumen und relativ entspannt durch die extra gebuchten XL Sitze, die enorme Beinfreiheit ermöglichten. Mit dabei auch wieder Othello und erstmals Muffin bei seinem Jungfernflug.

 

 

Ein Minivan Taxi war zumindest gerade ausreichend um uns samt Gepäck nach Spanish Water zu bringen. Dort holte uns Brigitte mit Ihrem Boot ab und brachte uns an Bord von Sagitta die unversehrt die Zeit vor 2 Anker überstanden hatte.

 

 

Othello konnte seine Winterausrüstung endlich auch wieder ablegen

Die nächsten Tage waren wie üblich mit Putzen, Unterwasserschiff reinigen, Wasser bunkern, einkaufen usw. ausgefüllt.

 

 

Ein halber Tag ging dann noch drauf mit Ausklarieren bei Immigration und Costums, erschwert und verzögert durch eine Radkralle auf unserem Leihauto, das falsch geparkt war. Zumindest waren die Kosten für`s Öffnen mit 15 US $ vertretbar.

 

 

 

Von Spanish Water waren es 175 Seemeilen bis in die Ankerbucht Bahia Honda, an Kolumbiens Küste. Vorbei an Aruba und der venezulanischen Küste. 30 Stunden ohne besondere Vorkommnisse, größtenteils unter Butterflybesegelung. Wir ankerten dann knapp auf 2 m über Sandgrund außerhalb der eigentlichen Bucht Bahia Honda. Das einzige Schiff vor Ort.

 

 

Am Sandstrand konnte die Hunde endlich ihre Geschäfte verrichten, beobachtet von ein paar wilden Eseln. Keine Menschenseele außer uns hier vor Ort. Ein sehr windiger Platz am Kap. Gut genug für eine Pause, mehr aber auch nicht.

Am nächsten Tag suchten wir innerhalb der Bucht dann nochmals einen Platz um die Hunde an Land zu lassen, dabei hatten wir bei fast Stillstand Grundberührung. Ein Unterwasserfelsen , der auf der elektr. Navionics Seekarte nicht eingezeichnet war. Die Tiefenangaben in diesem Gebiet sind sowieso mit Vorsicht zu genießen. Auffällig war eine riesige Anzahl von handballgroßen, orangen Quallen, die eine große Fläche abdeckten.

Cabo Vela war unser nächste Etappenziel und nur 35 Seemeilen entfernt.Entspanntes Vorwindsegeln nur unter Genua, man ist ja bequem.Auch hier viel Wind, 25 Knoten und mehr. Am Strand Hängemattencamps für Backpacker.

Die Hunde freuten sich wieder über Auslauf, Muffin durfte seiner geliebten Frisbee nachjagen. Othello scheuchte einen Bussard auf und markierte alle Kakteen in seiner Umgebung. Den frei laufenden Ziegen war all dies egal.

 

 

Jetzt noch 135 Seemeilen bis Santa Marta, wo wir uns in die 2010 eröffnete Marina legen werden. Diese Nachtfahrt brachte uns eine große Gewitterfront, die am Radar gut zu erkennen war. Dadurch konnten wir den Kurs um 30 Grad ändern und bekamen nur etwas Regen ab. Die Energie und Leuchtkraft der Blitze ist beeindruckend. Der Ozean erstrahlte für uns im Rampenlicht.

23 Stunden nach dem Ankeraufgehen machten wir in der Marina von Santa Marta fest. 350 Seemeilen insgesamt seit Curacao zurückgelegt. Sehr freundliches Personal wo man auch hinkommt. Wifi ist gratis, man bekommt den Code an der Rezeption dafür. Duschen und WC`s sehr gepflegt. Auslastung der Liegeplätze würde ich mit 30 % veranschlagen. Temperatur hier im Salon, während ich diese Zeilen schreibe 32 Grad. Das ist ja aber seit Curacao nichts Neues. Der Landanschluß muß erst umgebaut werden, da hier die 3-poligen Stecker mit Schlitzen verwendet werden. 230 Volt sind vorhanden. DIe Marina kümmert sich um den passenden Adapter.

 

 

Die Fingerpontons sind sehr gepflegt und ausreichend Platz ist vorhanden. Bezahlt wird in der Stadt mit Kolumbianischen Pesos. Also Bank suchen und Dollar wechseln. Dies ist nicht auf allen Banken möglich, wie ich erfahren mußte. Die Bancolombia ist auf jeden Fall eine, bei der man dies tun kann.

 

Die Stadt Santa Marta präsentiert sich übrigens sehr hundefreundlich. Den ganzen Papierkram in Curacao samt Tierarztbesuch hätten wir uns sparen können. Das interessiert hier keine Polizei, die an allen Ecken anzutreffen ist oder sonst jemanden. Die Leute reagieren zumeist freundlich auf unsere Wuffis. Es gibt auch in der Marina die Möglichkeit die Hunde schwimmen zu lassen, sowie einige Plätze wo sie ihr Geschäft verrichten können.

Das Preisniveau sieht mir sehr vernünftig aus. Eine Cola und ein Bier am Promenadenrestaurant kostete 4000 Pesos. Umgerechnet 1,6 €.

Heute fuhren wir mit dem Taxi zu den Wasserfällen nach Minca, in den Bergen auf 650 m Seehöhe. Über eine Holzbrücke überquerten wir den Ausläufer des Wasserfalls um nach unten zu kommen. Dort wo man glaubt schwimmen zu können, sollte man dies besser nicht tun. Es gibt eine Stelle mit 8 Metern Tiefe und einem starken Strudel, wo bereits über 8 Menschen ertrunken sein sollen. Danach ging es wieder ins Dorf, wo unser Taxifahrer ein uriges Restaurant direkt am Fluß ausgewählt hat. Die Stühle und Sesseln werden uns direkt an Wasser gestellt. Enten, badende Kleinkinder, Mütter die auf sie aufpassen, sind die Kulisse. Mahlzeit.

Zurück in Santa Marta suchen wir noch den Exitio Supermarkt auf. Sehr gutes Warenangebot aber auch sehr teuer. Viele Waren teurer als in Österreich. Vollbeladen geht es dann retour in die Marina. Beim Wärterhäuschen läßt man sich einen Marinero rufen, der einen dann samt Einkauf mit dem Golfwagen direkt ans Schiff führt.
Diesen Service sollten sich europäische Marinas als Vorbild nehmen. Ebenso den Liegeplatztagespreis von 20 €. Die Marina hier in Santa Marta ist für mich die Beste, in der ich bis jetzt lag. Extrem freundliches und hilfsbereites Personal, engagierter Direktor, tolle Sanitäreinrichtungen, Fingerpontons, Tankstelle für Diesel und Benzin, Strand vor der Marina, hundefreundlich. 2 Waschmaschinen mit Trockner. 1 Maschine 3 €. Die Marina wird momentan von IGY promotet, soll aber dann alleine weiter laufen. Diesel kostet 0,95 € der Liter.

Nach 10 Tagen verlassen wir mit unseren Ausklarierungspapieren nach Panama die Marina und segeln zur Isla Rosario, vor Cartagena gelegen. Dort ist es uns nach einer Nacht zu touristisch und weiter geht es zur Isla Tintipan. Die gefällt uns schon besser, wir sind das einzige Boot vor Anker und es gibt keine Ausflugsboote die mit 25 Knoten um die Insel preschen.

Nach einer Winddrehung wechseln wir am Morgen die Seite und finden einen Weg durchs Riff zu unserem Ankerplatz. Mit dem Dinghi erkunden wir die Küste. Palapas, runde, offene aus Bambus und mit einem Dach aus getrockneten Palmblättern versehen Unterkünfte sind auf Pfählen übers Wasser gebaut. Alles unbewohnt, nur ein paar Aufpasser warten bis die Weihanchtssaison beginnt. Die Besitzer und vielleicht auch Touristen vorbeikommen.

Letzte Station vor Puerto Obaldia sollte die Isla Fuerte sein. Am Abend dort angekommen, verlieren wir beim Ankereinfahren unseren Propeller. Am nächsten Tag tauchen und danach nochmal schnorcheln läßt uns leider nicht den Propeller finden. Segeln pur von jetzt an also!

 

Punta Roca an der Festlandküste bringt uns einen traumhaften Palmenstrand, mit einigen schönen, unbewohnten Ferienhäusern. Beim Anlegen hilft uns Marcel das DInghi auf den Strand ziehen und heißt uns samt den Hunden willkommen. Er passt auf einige Ferienhäuser hier auf. Wir können uns frei bewegen. Othello und Muffin genießen dies auch ausgiebig.


Nach 2 Tagen zum Punta Bernardo, dort auch wieder ein Strand mit hinter den Palmen versteckten Ferienhäuser der besser situierten Kolumbianer.
Überall freundliche Menschen, null Problem mit den Hunden. Kolumbien ist für uns absolut die Reise wert und wir würden auch wieder kommen. Ein tolles Land mit freundlichen Menschen.

Puerto Obaldia, unser Ziel zum Einklarieren in Panama, lassen wir aus. Stattdessen nehmen wir Kurs auf die San Blas Inseln - Ustupo.